Seit Warren Buffett offiziell den CEO-Sessel geräumt hat, ist die Berkshire-Hathaway-Aktie gerade mal 1,94 Prozent gestiegen. Kein Raketenstart für die neue Ära. Sein Sohn Howard Buffett hat den Posten des Non-Executive Chairman übernommen, was vor allem eines sicherstellen soll: Die Unternehmenskultur bleibt, wie sie war. Zumindest auf dem Papier.
Greg Abel macht es anders als sein Vorgänger. Kein folkloristischer Charme, keine Aphorismen, kein Orakel von Omaha. Abel schreibt sachlich, delegiert bewusst und stellt unbequeme Fragen, besonders gegenüber BNSF Railway und den Energietöchtern unter Berkshire Hathaway Energy. Das ist neu. Ob es reicht, ist eine andere Frage.
373 Milliarden Dollar, und jetzt?
Der Cashberg ist das Gesprächsthema Nummer eins. 373,3 Milliarden Dollar lagen zum Jahresende in der Kasse, davon 321,4 Milliarden in kurzfristigen US-Staatsanleihen. Das entspricht knapp 40 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung des Konzerns. Eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss.
Berkshire sitzt da wie ein Käufer, der auf den Ausverkauf wartet. Das Kalkül ist klar: Sollte eine größere Korrektur kommen, wäre Berkshire der Käufer erster Wahl. Die Frage ist nur, wann dieser Moment kommt, und ob Abel ihn genauso entschlossen nutzt wie Buffett es getan hätte.
Apple raus, Alphabet rein
Im Portfolio hat sich derweil einiges getan. Die Apple-Position wurde gestutzt, dafür kaufte Berkshire im dritten Quartal 2025 rund 17,8 Millionen Alphabet-Aktien für etwa 4,3 Milliarden Dollar. Die Logik dahinter: Alphabet als Plattform für generative KI, weniger Klumpenrisiko bei Consumer-Hardware. Wer das als bloßes Umschichten abtut, verkennt die Richtung. Berkshire wettet jetzt auf KI-Dominanz auf Plattformebene, nicht auf Geräteverkäufe.
BNSF und die drohende Eisenbahnehe
Auf der Industrieseite sieht es weniger rosig aus. BNSF hinkt Union Pacific beim Operating Ratio hinterher, und die geplante Megafusion zwischen Union Pacific und Norfolk Southern würde das erste wirklich transkontinentale Eisenbahnnetz der US-Geschichte schaffen, mit über 52.000 Meilen Streckennetz in 43 Bundesstaaten. BNSF geriete damit strukturell ins Hintertreffen. Das ist kein kleines Problem.
Bei Berkshire Hathaway Energy kommen zudem hohe Haftungsrisiken rund um Waldbrände im Westen der USA hinzu, vor allem durch die PacificCorp-Tochter. Der Zukauf von OxyChem, dem Chemiearm von Occidental Petroleum, passt zwar ins Berkshire-Modell mit regulierten Cashflows und großer Assetbasis, ändert aber nichts an den laufenden Belastungen.
Berkshire Hathaway Inc. Aktie Chart
Was die Zahlen sagen
Die operativen Gewinne sanken 2025 um 6,2 Prozent auf 44,5 Milliarden Dollar. Das Versicherungsgeschäft, lange der Taktgeber, schwächelte im vierten Quartal mit einem Rückgang von fast 30 Prozent beim Underwriting-Ergebnis. Höhere Katastrophenschäden und nachlassende Preissetzungsmacht waren die Hauptgründe.
Eine Sum-of-the-Parts-Bewertung ergibt einen fairen Wert von rund 531,63 Dollar je Class-B-Aktie, was einem Aufwärtspotenzial von 11,3 Prozent entspricht. Das DCF-Modell hingegen kommt auf 428,87 Dollar, also ein Minus von rund 10 Prozent. Wem man mehr glaubt, sagt viel darüber aus, wie optimistisch man die neue Ära einschätzt.
Berkshire ist noch immer eine Festung. Nur dass in dieser Festung gerade sehr viel gewartet wird.
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