Bei Berkshire Hathaway rückt am kommenden Samstag eine einzige Zahl in den Mittelpunkt, die den Kurs bewegen könnte. Es geht um die Aktienrückkäufe des Konzerns. Eine im Juli eingereichte Meldung des 95 Jahre alten Aufsichtsrat-Chefs Warren Buffett deutet darauf hin, dass Berkshire im zweiten Quartal zwischen fünf und elf Milliarden Dollar an eigenen Aktien zurückgekauft hat. Nach einem Jahr ohne jeglichen Rückkauf und lediglich 235 Millionen Dollar im ersten Quartal wäre das ein deutliches Signal an die Anleger.
Warum Rückkäufe jetzt so wichtig sind
Für Investoren gilt eine einfache Faustregel. Je mehr eigene Aktien ein Unternehmen zurückkauft, desto bullischer die Botschaft. Denn Rückkäufe verringern die Zahl der umlaufenden Papiere und erhöhen so den Anteil jedes verbleibenden Aktionärs am Konzern. Die Aktie könnte diese Unterstützung gut gebrauchen. Mit einem Plus von knapp drei Prozent seit Jahresbeginn hinkt sie dem breiten Markt deutlich hinterher, der rund 14 Prozent zulegte. Am Mittwoch schloss die A-Aktie bei 777.696 Dollar, die günstigere B-Aktie bei 518,85 Dollar. Bei einer Bewertung von etwa dem 1,4-fachen Buchwert halten viele Anleger die Aktie für vergleichsweise attraktiv und wünschen sich eine offensivere Rückkaufpolitik.
Ein überraschender Zukauf und ein riesiger Cashberg
Neben den Rückkäufen richtet sich der Blick auf die Investitionstätigkeit. Für Aufsehen sorgte im Juni der Kauf von Alphabet-Aktien im Wert von zehn Milliarden Dollar, den Berkshire zu einem Kurs unter 350 Dollar im Rahmen einer großen Kapitalerhöhung des Suchmaschinenkonzerns tätigte. Inzwischen notiert Alphabet nahe 360 Dollar. Der Bargeldbestand erreichte im ersten Quartal mit 374 Milliarden Dollar einen Rekord. Wegen des Alphabet-Kaufs dürfte diese Summe im zweiten Quartal etwas niedriger ausfallen. Ergänzende Details zu einzelnen Wertpapieren werden voraussichtlich erst mit dem 13-F-Bericht am 14. August folgen.
Berkshire Hathaway (B) Aktie Chart
Gewinnerwartung und der neue Führungsstil
Beim operativen Ergebnis erwarten Experten einen Rückgang um rund drei Prozent auf 7.553 Dollar je A-Aktie. Ein einzelner Fachmann hält jedoch das Gegenteil für möglich und rechnet mit einem Zuwachs, getrieben von Rückkäufen, einer stärkeren Bahnsparte BNSF und geringeren Katastrophenschäden im Versicherungsgeschäft. Unter dem neuen Vorstandschef Greg Abel verzichtet Berkshire weiterhin auf eine Telefonkonferenz zu den Zahlen, was den Fokus auf langfristige Entwicklung unterstreicht.
Unterm Strich überwiegen für den Konzern die Chancen, doch der Kursverlauf hängt stark davon ab, ob Buffett tatsächlich kräftig zugekauft hat. Enttäuscht die Rückkaufsumme, könnte die ohnehin schwache Kursentwicklung anhalten.
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