Berkshire Hathaway greift erneut zu und baut sein Industrieportfolio mit einem Milliardenkauf aus. Der Buffett-Konzern hat die Übernahme der Occidental Chemical Corporation (OxyChem) abgeschlossen – und damit eine Transaktion vollzogen, die erst im Oktober 2025 angekündigt worden war. Der Abschluss erfolgte heute und damit schneller als zunächst erwartet; ursprünglich war mit dem vierten Quartal 2025 gerechnet worden.
Berkshire zahlte für die Chemiesparte von Occidental Petroleum 9,7 Milliarden Dollar in bar. Nach Angaben des Unternehmens wurden die üblichen regulatorischen Freigaben und Abschlussbedingungen zügig erfüllt.
Occidental nutzt Erlös zum Schuldenabbau
Für Occidental Petroleum bringt der Verkauf vor allem finanziellen Spielraum. Der Konzern will 6,5 Milliarden Dollar aus dem Erlös zur Reduzierung der Schulden einsetzen und die Gesamtverschuldung unter 15 Milliarden Dollar drücken. Ein Tochterunternehmen von Occidental behält dabei die historischen Umweltverbindlichkeiten von OxyChem, während Glenn Springs Holdings laufende Sanierungsprojekte weiter betreut.
Die Konstruktion deutet darauf hin, dass Berkshire das operative Geschäft übernimmt, während Altlasten beim Verkäufer verbleiben – ein Detail, das den Kaufpreis mitgeprägt haben dürfte, auch wenn zur Bewertung keine weiteren Angaben gemacht wurden.
Management bleibt an Bord
An der Spitze von OxyChem bleibt Wade Alleman als Präsident und CEO im Amt. Die personelle Kontinuität passt zur typischen Übernahmestrategie von Berkshire Hathaway, das bei Zukäufen häufig auf eingespielte Führungsteams setzt und operative Eingriffe zunächst begrenzt hält.
Für Anleger wird nun entscheidend, welchen Beitrag OxyChem im Berkshire-Verbund leisten kann. Die Finanzierung aus eigenen Mitteln unterstreicht die hohe Liquidität des Konzerns – wie stark sich der Zukauf in den Ergebnissen niederschlägt, wird sich allerdings erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
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