Greg Abel pendelt. Wohnt in Des Moines, Iowa, fährt rauf nach Omaha, besucht Berkshire-Töchter quer durchs Land. Das klingt nach Kleinkram, ist aber ein Signal. Warren Buffett regierte Berkshire Hathaway jahrzehntelang vom Schreibtisch aus, mit Telefonaten, Briefen, und einer fast schon stoischen Toleranz gegenüber schwachen Managern. Abel, 63, macht das anders. Seit er im Januar das Ruder übernommen hat, hat er Führungskräfte aus seinem alten Konglomeratsbereich befördert, das Aktienrückkaufprogramm wieder angeschmissen, das Japan-Engagement ausgebaut und sich die Töchter sowie das Investmentportfolio genauer angeschaut.
Wer ihn kennt, sagt: Abel wird Underperformer nicht einfach laufen lassen. Er ist bereit, Führungskräfte auszutauschen oder ganze Geschäfte zu verkaufen, wenn sie nicht liefern. Buffett hat das oft vermieden, weil er Konfrontation scheute. Abel scheut sie nicht.
373 Milliarden Dollar warten
Die eigentliche Bewährungsfrage ist eine andere. Berkshire sitzt auf einem Cashberg von rund 373 Milliarden Dollar. Das ist keine Stärke, das ist Druck. Anleger wollen wissen, ob Abel dieses Kapital im nächsten Abschwung tatsächlich sinnvoll einsetzen kann, oder ob es weiter auf dem Konto schläft. Bisher hat die Aktie jedenfalls nicht begeistert: Minus vier Prozent in diesem Jahr, während der S&P 500 rund vier Prozent zulegte. Kein guter Start für die Nach-Buffett-Ära.
Berkshire Hathaway Inc. Aktie Chart
Die Energiesparte, die kaum jemand kennt
Dabei lohnt ein genauerer Blick auf Berkshire Hathaway Energy, eine der drei zentralen Säulen des Konzerns neben Eisenbahn und Versicherung. Die Sparte ist zu 100 Prozent im Berkshire-Besitz, wird nicht separat an der Börse gehandelt und ist vielen Anlegern schlicht unbekannt. Dabei ist sie einer der größten Windkraftproduzenten der USA, betreibt Versorgungsnetze im pazifischen Nordwesten und im Mittleren Westen, dazu Erdgaspipelines und das Immobilienmaklergeschäft HomeServices of America. Der Umsatz lag 2025 bei 26 Milliarden Dollar, der Nachsteuergewinn bei 4,1 Milliarden Dollar.
Wie viel ist das wert? UBS-Analyst Brian Meredith kommt auf 98 Milliarden Dollar, KBW-Analyst Meyer Shields auf 79 Milliarden, Investor Chris Bloomstran von Semper Augustus Investments auf rund 90 Milliarden. Buffett selbst war nach den Waldbrand-Klagen gegen die Tochter PacifiCorp deutlich pessimistischer: Als Berkshire 2024 einen Acht-Prozent-Anteil aus dem Nachlass von Walter Scott kaufte, lag die implizite Bewertung bei nur 49 Milliarden Dollar.
Wildfire-Risiko auf dem Rückzug
Doch genau dieses Risiko schrumpft. Wildfire-Verluste bei PacifiCorp lagen 2025 bei 75 Millionen Dollar, nach 1,3 Milliarden Dollar noch 2023. Die Energiesparte plant bis 2028 weitere 1,5 Milliarden Dollar für Brandschutzmaßnahmen ein. Und die Steuervorteile aus erneuerbaren Energien sind beachtlich: 1,8 Milliarden Dollar an Steuergutschriften verwandelten 2025 ein operatives Vorsteuerergebnis von 2,3 Milliarden in einen Nettogewinn von 4,1 Milliarden. Wie lange diese Gutschriften in dieser Höhe fließen, ist allerdings offen.
Abel kennt das Geschäft gut. Er hat Berkshire Hathaway Energy selbst geleitet, bevor er 2018 in die Berkshire-Zentrale wechselte. Vielleicht erklärt das, warum ausgerechnet diese Sparte als einzige große Berkshire-Einheit einen 132-seitigen Investorenpräsentation veröffentlicht. Alle anderen, BNSF-Eisenbahn, Versicherung, schweigen. Einige Investoren fordern seit Jahren diesbezüglich mehr Transparenz. Abel könnte beim Berkshire-Jahrestreffen am 2. Mai dazu Stellung nehmen. Oder auch nicht. Buffett hätte jedenfalls geschwiegen. Abel ist aber nicht Buffett.
Berkshire Hathaway (B)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Berkshire Hathaway (B)-Analyse vom 19. April liefert die Antwort:
Die neusten Berkshire Hathaway (B)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Berkshire Hathaway (B)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Berkshire Hathaway (B): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
