Warren Buffett feiert heute seinen 96. Geburtstag – den ersten, seit er zum Jahresbeginn den Chefposten an Greg Abel übergeben hat. Der Anlass lenkt den Blick auf das, was Abel seither im Portfolio verändert hat. Und das ist einiges.
Ein Quartal des Umbaus
Unter Abels Führung hat Berkshire Hathaway im zweiten Quartal 2026 kräftig umgeschichtet. Die Beteiligung am Getränkekonzern Constellation Brands wurde komplett verkauft, die Positionen bei Capital One, Kroger, Nucor und Ally Financial reduziert.
Gleichzeitig baute das Unternehmen an anderer Stelle aus: Die Delta-Air-Lines-Position wuchs um 44 Prozent auf 57,3 Millionen Aktien im Wert von rund 5,4 Milliarden Dollar, der Anteil am Homebuilder Lennar stieg um etwa 30 Prozent auf 13,4 Millionen Aktien mit einem Wert von knapp 1,2 Milliarden Dollar. Hinzu kam Ende August eine Investition von insgesamt 17 Milliarden Dollar in Alphabet, darunter eine Privatplatzierung über 10 Milliarden Dollar zur Finanzierung von KI-Infrastruktur.
Ergänzt wird das Bild durch die im Juli abgeschlossene Übernahme des Homebuilders Taylor Morrison Home Corporation für rund 6,8 Milliarden Dollar in bar. Der Immobiliensektor rückt damit spürbar stärker in den Fokus des Konglomerats als in den Vorjahren.
Solide operative Zahlen, schwächelnde Versicherungssparte
Die zugrunde liegenden Geschäftszahlen stützen den Kurswechsel. Berkshire meldete für das zweite Quartal ein operatives Ergebnis von 12,98 Milliarden Dollar, ein Plus von 16,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sowie einen Nettogewinn von 25,67 Milliarden Dollar.
Der Barmittel- und Anleihebestand summiert sich auf rund 365 Milliarden Dollar – eine Kriegskasse, die Abel für die jüngsten Zukäufe erkennbar angezapft hat. Allerdings zeigte sich in der Versicherungssparte, dem traditionellen Kerngeschäft, eine Schwäche: Das Underwriting-Ergebnis brach um 13 Prozent ein, wie Zacks Investment Research Ende vergangener Woche anmerkte.
Das Analysehaus beließ seine Einstufung bei „Hold“ und verwies darauf, dass die Aktie mit dem 1,44-Fachen des Buchwerts nur knapp über dem Branchendurchschnitt von 1,43 notiert.
Parallel dazu erhöhte UBS am Dienstag sein Kursziel auf 604 US-Dollar von zuvor 585 Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung, gestützt auf den Rekordumsatz von 101,8 Milliarden Dollar im zweiten Quartal und das aggressive Kapitaltempo unter Abel.
Auch die eigenen Aktienrückkäufe unterstreichen dieses Bild: Mit 4,5 Milliarden Dollar im zweiten Quartal verzeichnete Berkshire das größte Rückkaufvolumen seit 2021, im Juli kamen weitere 3,3 Milliarden Dollar hinzu.
Kurs bewegt sich seitwärts
An der Börse hat der Umbau bislang wenig Spuren hinterlassen. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Aktie bei 654.000,00 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent auf Tagesbasis. Zum 52-Wochen-Hoch von 686.000,00 Euro, erreicht am 10. August 2026, fehlen dem Papier 4,7 Prozent. Von einer klaren Richtungsentscheidung ist der Titel damit trotz der umfangreichen Portfolioveränderungen ein gutes Stück entfernt.
Buffett selbst bleibt laut Unternehmensangaben auch nach dem Rückzug vom operativen Chefposten in beratender Funktion und bei ausgewählten Investitionsentscheidungen eingebunden. Die nächste Standortbestimmung liefert der Quartalsbericht für das dritte Quartal, der für den 6. November angekündigt ist. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 5,66 Dollar.
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