Berkshire Hathaway hat im zweiten Quartal 2026 eigene Aktien im Wert von 4,5 Milliarden Dollar zurückgekauft. Das ist die aggressivste Rückkaufaktivität eines Quartals seit 2021 und der erste nennenswerte Rückkauf seit Anfang 2024. Für Anleger ist das ein deutliches Signal: Das Management unter CEO Greg Abel hält die eigenen Aktien für attraktiv bewertet.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der Berkshire ohnehin im Umbruch ist. Abel hat nach dem Abschied der Portfoliomanager Todd Combs und Ted Weschler zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres die volle Entscheidungshoheit über das milliardenschwere Aktienportfolio übernommen.
Die Rückkehr zu größeren Rückkäufen fällt in die erste vollständige Phase seiner Alleinverantwortung und dürfte auch als Vertrauensbeweis in die eigene Bewertung gelesen werden.
Vorbild für andere Kapitalallokatoren
Dass das Kapitalallokationsmodell von Berkshire mittlerweile über die eigene Aktionärsbasis hinaus Strahlkraft entfaltet, zeigte sich am Montag: Die Investmentgesellschaft KKR & Co. verkündete den Verkauf von USI Insurance Services an Aon für 17 Milliarden Dollar und begründete die Transaktion ausdrücklich mit der Absicht, das „Strategic Holdings“-Modell von Berkshire Hathaway für langfristige Aktienrenditen nachzuahmen. Der Konzern aus Omaha gilt damit weiterhin als Referenzpunkt für Kapitaldisziplin in der gesamten Investmentbranche.
Portfolio-Umbau setzt sich fort
Die Rückkäufe stehen im Kontext eines Portfolios, das unter Abel spürbar umgeschichtet wird. Berkshire hat die Beteiligung an Constellation Brands vollständig aufgelöst und die Positionen bei Capital One Financial und Kroger deutlich reduziert.
Gleichzeitig baute das Unternehmen sein Engagement bei Delta Air Lines um 44 Prozent auf 57,3 Millionen Aktien im Wert von rund 5,4 Milliarden Dollar aus – eine bemerkenswerte Kehrtwende, nachdem Warren Buffett den kompletten Ausstieg aus der Airline-Branche 2020 vollzogen hatte.
Vor rund einem Monat hatte Berkshire seine Quartalszahlen vorgelegt: Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 10,0 Prozent auf 101,81 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis kletterte um 16,3 Prozent auf 12,98 Milliarden Dollar.
Der Nettogewinn erreichte 25,67 Milliarden Dollar, getrieben von einem Bewertungsgewinn im Aktienportfolio von 12,68 Milliarden Dollar nach Steuern. Die Aktie notiert seither rund 2,1 Prozent niedriger – die frisch bekanntgegebenen Rückkäufe fallen also in eine Phase, in der der Kurs trotz starker Zahlen nachgegeben hat.
Bewertung bleibt Diskussionspunkt
Die Marktkapitalisierung von Berkshire liegt derzeit bei rund 1,1 Billionen Dollar, die B-Aktien notieren etwa 6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 537,74 Dollar. Damit bewegt sich der Rückkauf in einem Umfeld, in dem die Aktie zwar nicht auf Rekordniveau steht, aber auch keinen ausgeprägten Abschlag zeigt.
Die Ratingagentur Morningstar bescheinigte Berkshire Mitte August einen „schmalen“ ökonomischen Burggraben bei „geringer“ Unsicherheit, wies aber darauf hin, dass sich die Anlagerenditen abschwächen könnten, sobald Abel die volle Kontrolle über das rund 299 Milliarden Dollar schwere US-Aktienportfolio ausübt.
Automatisierte Bewertungsmodelle wie jenes von Simply Wall St stufen die Aktie derzeit anhand eines Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 12,6 als unterbewertet ein – ein Hinweis, der angesichts der methodischen Grenzen solcher Screener freilich mit Vorsicht zu genießen ist.
Berkshire Hathaway (A)-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Berkshire Hathaway (A)-Analyse vom 01. September liefert die Antwort:
Die neusten Berkshire Hathaway (A)-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Berkshire Hathaway (A)-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Berkshire Hathaway (A): Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
