Während sich die Aufmerksamkeit rund um Berkshire Hathaway zuletzt vor allem auf die Alphabet-Aufstockung und Abels Bekenntnis zu japanischen Handelshäusern richtete, zeigt eine aktuelle Auswertung der Pflichtmitteilungen für das zweite Quartal 2026 eine weitere, bislang wenig beachtete Bewegung: Berkshire hat seine Position an der New York Times ausgebaut. Die Beteiligung wuchs um 3,65 Prozent auf 15,7 Millionen Aktien, Stand 29. Juni 2026.
Der Zukauf reiht sich in ein Bild, das Berkshire in den vergangenen Monaten gezeichnet hat: ein Portfolio, das sich zunehmend auf wenige, aber gewichtige Positionen konzentriert. Medienberichten zufolge entfällt der Großteil des öffentlichen Aktienportfolios inzwischen auf lediglich zehn Kernbeteiligungen.
Die Aufstockung bei der New York Times fällt im Vergleich zu den milliardenschweren Bewegungen bei Alphabet klein aus, unterstreicht aber, dass Berkshire auch abseits der KI-Erzählung selektiv nachkauft.
Kauf- und Verkaufsbilanz im ersten Halbjahr
Im ersten Halbjahr 2026 kaufte Berkshire Aktien im Volumen von 39,4 Milliarden Dollar und verkaufte für 27,8 Milliarden Dollar. Größter Einzelkauf war demnach Alphabet, während Berkshire bei Bank of America, Capital One und Kroger Positionen verringerte. Diese Umschichtung deutet darauf hin, dass Berkshire Kapital gezielt aus etablierten Finanz- und Konsumtiteln abzieht und in Richtung Technologie- und Medienwerte lenkt.
Die Aufstockung bei der New York Times passt in dieses Muster einer selektiven Portfoliopflege, auch wenn sie im Schatten der milliardenschweren Alphabet-Wette steht. Sie zeigt, dass Berkshire neben der großen KI-These weiterhin klassische Qualitätswerte im Blick behält.
Kursbild bleibt stabil
An der Börse hat sich die Aktie zuletzt robust gezeigt. Am Freitag schloss das Papier bei 660.000,00 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein leichtes Minus von 0,6 Prozent zu Buche, während sich der Titel seit Jahresbeginn um 3,6 Prozent verteuert hat.
Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 686.000,00 Euro, erreicht am 10. August, fehlen der Aktie derzeit 3,8 Prozent. Der Rückschlag vom Rückzug diverser Finanzwerte im ersten Halbjahr scheint damit größtenteils verdaut.
Anleger dürften die neuerliche Aufstockung bei der New York Times weniger als Kurstreiber denn als Bestätigung der Berkshire-typischen Linie werten: Kapital wird dort investiert, wo Substanz und Preis zusammenpassen – unabhängig vom aktuellen Marktthema.
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