Wenn der breite Markt sportlich bewertet ist, richtet sich der Blick vieler Anleger auf Substanz. Berkshire Hathaway liefert dazu gerade eine passende Vorlage. Das jüngste Quartal zeigte spürbar bessere operative Ergebnisse und einen deutlichen Sprung bei den eigenen Aktienrückkäufen. Für Beobachter ist das ein Signal, dass Warren Buffett und CEO Greg Abel die eigene Aktie derzeit für ein gutes Geschäft halten.
Operative Stärke in fast allen Sparten
Das zweite Quartal überraschte viele Kritiker, die mit schwächeren Vergleichszahlen gerechnet hatten. Die großen Töchter entwickelten sich solide, darunter die Eisenbahnsparte BNSF, der Energiebereich sowie das breit gestreute Segment aus Produktion, Dienstleistung und Handel. Besonders die Wende bei BNSF fällt auf, nach mehreren enttäuschenden Jahren.
Vieles davon wird Abel zugeschrieben, der viel Erfahrung darin mitbringt, den Betrieb einzelner Unternehmen profitabler zu machen. Aber nicht alles lief rund. Im Versicherungsgeschäft schwächelte der Autoversicherer GEICO, der beim Ausbalancieren von Kundenzahl und Profitabilität womöglich über das Ziel hinausschoss.
Rückkäufe als eigentliche Botschaft
Die operativen Fortschritte waren stark, doch die eigentliche Nachricht steckte woanders. Berkshire erhöhte die Aktienrückkäufe von mageren 235 Millionen Dollar im ersten Quartal auf 4,5 Milliarden Dollar. Bei einem Kurs von etwa dem 1,5-Fachen des Buchwerts wirkt das Papier weiterhin nicht teuer. Rückkäufe haben einen charmanten Nebeneffekt. Wer verkaufen möchte, kommt raus, und wer bleibt, hält anschließend einen etwas größeren Anteil am selben Unternehmen. Rechnet man die Signale hoch, könnten die Rückkäufe für 2026 in Richtung 25 Milliarden Dollar laufen, nahe am bisherigen Höchstwert.
Berkshire Hathaway (B) Aktie Chart
Zukäufe zeigen die Handschrift des Duos
Auch die Einkaufsliste verrät den Stil. Berkshire beteiligte sich über eine Privatplatzierung mit 10 Milliarden Dollar an Alphabet, ein leicht spekulativer, aber kalkulierter Schritt. Dazu kam die Übernahme des Bauträgers Taylor Morrison für insgesamt rund 8,5 Milliarden Dollar inklusive Schulden. Die Firma gilt in ihrer Branche als sehr gut geführt, steht aber vor herausfordernden Jahren, weil die geburtenstarken Jahrgänge als Käufergruppe schwinden und jüngere Generationen kleiner sind und mit knapper Bezahlbarkeit kämpfen.
Interessant ist die Rechnung dahinter. Selbst der solide Zukauf kam mit einem Aufschlag von 24 Prozent gegenüber dem Vortageskurs. Der Rückkauf eigener Aktien dagegen kostet keinen Aufschlag. Bleibt die Frage, ob genau diese Logik Buffett und Abel künftig noch stärker zur eigenen Aktie greifen lässt.
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