Berechtigte Anspannung bei Nvidia-Aktionären?

In der vergangenen Woche schauten die Investoren mit Spannung auf die Geschäftsergebnisse des Chip-Herstelllers Nvidia

Auf einen Blick:
  • Nvidia hält hohes Wachstumstempo
  • KI-Boom sorgt für 20%-Umsatzplus auf Sicht von 3 Monaten – Ausblick stark
  • Wachsende Datenmengen erfordern Investitionen in die Infrastruktur
  • Auch bei Nvidia: Hohe Investitionen für künftige Gewinne
  • Nvidia-Aktie: Durchschnaufen vor neuen Hochs

Nvidia hält hohes Wachstumstempo auch im vierten Quartal

In der vergangenen Woche schauten die Investoren mit Spannung auf die Geschäftsergebnisse des Chip-Herstelllers Nvidia, der mit den Zahlen viele der zuletzt lauter gewordenen Sorgen über eine mögliche KI-Blase (vorerst) deutlich beruhigen konnte. Nicht wenige Kritiker befürchteten im Vorfeld, dass Nvidia zwar erneut starke Ergebnisse melden würde, diese aber in Relation zur hohen fundamentalen Bewertung nicht mehr ausreichen könnten, um die KI-Investitionstory attraktiv zu halten.

Doch das Gegenteil ist eingetreten: Die Zahlen zeigen abermals ein Unternehmen, das aus allen Rohren schießt und dass der Ausbau der globalen KI-Infrastruktur mit Hochdruck weitergeht. Zwar reagierte der Kurs infolge der Zahlen für mich erstaunlich nüchtern, doch die Daten selbst sprechen eine klare Sprache: Die KI-Investitionswelle ist intakt, und Nvidia bleibt ihr größter Profiteur.

KI-Boom sorgt für 20%-Umsatzplus auf Sicht von 3 Monaten – Ausblick stark

Zu den Ergebnissen: Im vierten Quartal erzielte Nvidia einen Umsatz von 68,1 Milliarden US-Dollar und legte damit 20% gegenüber dem Vorquartal und 73% gegenüber dem Vorjahr zu. Für das Gesamtjahr kletterte der Umsatz auf 215,9 Milliarden Dollar, ein Plus von 65%. Die Dynamik mit 20% Quartalswachstum hat schon einen „Wow“-Effekt, wird aber noch viel beeindruckender, wenn Sie berücksichtigen, dass die Vergleichswerte bereits auf sehr hohem Niveau lagen. Analysten sind ursprünglich davon ausgingen, dass das Wachstum nun deutlicher abflachen würde, was auch verständlich wäre, da der Sockel höher ist.

Stattdessen meldete Nvidia ein weiteres Rekordquartal – und das mit einer Klarheit, die jede KI-Skepsis zumindest vorerst zerstreuen sollte. Der Gewinn je Aktie lag mit 1,62 Dollar spürbar über den Erwartungen, und auch bei den Margen gelang erneut der Beweis der außergewöhnlichen Preissetzungsmacht im KI-Rechenzentrumsgeschäft. Den Blick nach vorne gerichtet bleibt Nvidia ein Konzern der Superlative: Für das laufende Quartal stellt Nvidia 78 Mrd. Dollar in Aussicht, während der Marktkonsens zuvor bei rund 72,6 Mrd. lag.

Wachsende Datenmengen erfordern Investitionen in die Infrastruktur

Das Herzstück des Erfolgs bleibt das Rechenzetrum-Segment. Mit über 62 Mrd. Dollar Umsatz im Quartal ist es nicht nur das mit Abstand größte Geschäftsfeld, sondern inzwischen auch das Zugpferd der Investitionsstory. Das Wachstum von 75% gegenüber dem Vorjahr und 22% im Vergleich zum Vorquartal zeigt, dass der Bedarf an Rechenleistung für Trainings- und Inferenzmodelle weiter exponentiell steigt.

Neben den Hyperscalern investieren zunehmend auch klassische Unternehmen, die ihre eigenen KI-Modelle entwickeln oder ihre Workloads selbst verarbeiten wollen statt abzugeben. On top kommen staatliche Programme, die KI-Kapazitäten aufbauen. Der zu beobachtende Trend sorgt für zusätzliche Stabilität, denn er reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden und verteilt die Nachfrage auf mehrere Schultern.

Auch bei Nvidia: Hohe Investitionen für künftige Gewinne

Nvidia generiert derzeit Cashflows in historischem Ausmaß. Ein Teil der Investoren hätte sich aggressivere Aktienrückkäufe gewünscht, doch das Management setzt weiter auf massive Investitionen – in neue Chip-Architekturen wie Blackwell, in Software-Stacks, Edge-Lösungen und Partnerschaften. Die Entscheidung, die technologische Führungsposition abzusichern, befürworte ich klar.

Bedenken Sie, dass wir nach wie vor erst am Anfang der KI-Revolution stehen und in den kommenden Jahren noch sehr viel Infrastruktur gebraucht wird. Nvidia bewegt sich in einem Wettbewerb, der sich rasant beschleunigt: Rivale AMD steht bereit und die Hyperscaler entwickeln inzwischen teils eigene KI-Chips. Nvidia baut sich mit seinem Software-Ökosystem CUDA daher zu Recht einen schwer überwindbaren Burggraben. Im Klartext: Ich halte es für schlauer, das Geld zu investieren als zu verteilen.

Sie müssen wissen, dass nur zwei große Kunden für rund ein Drittel des Gesamtumsatzes stehen. Diese müssen gehalten werden, am besten geht das, indem man (technologischer) Marktführer ist. Denn sollte einer dieser beiden Kunden seine Bestellungen zurückfahren, könnte das unmittelbare Auswirkungen auf die Zahlen haben. Sicher, wird der Umsatztrend betrachtet, relativiert die fortschreitende globale Diversifizierung das Klumpenrisiko und auch die erwähnte Veränderung der Kundenlandschaft hilft – doch es wird dauern, bis die Absatzrisiken besser verteilt sind.

Nvidia-Aktie: Durchschnaufen vor neuen Hochs

Unter dem Strich bleibt trotz der hohen Investitionen, dass die Zahlen die Stärke eines Unternehmens zeigen, das weiterhin der größte Gewinner im jüngst begonnenen KI-Zeitalter ist. Die Anleger reagierten zwar zunächst nicht euphorisch auf die Zahlen, doch ich gehe davon aus, dass bei Marktberuhigung die Käuferseite stark wird. Die unbeschädigte Investitionsstory könnte dann die Aktie zu neuen Allzeithochs führen.

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