Beiersdorf Aktie: Kein großer Schock

Trotz gesenkter Jahresziele und Nivea-Schwäche bestätigt Bernstein Research sein Outperform-Rating für Beiersdorf. Der Konzern plant ein 18-monatiges Erholungsprogramm.

Auf einen Blick:
  • Bernstein hält an Outperform-Rating fest
  • Nivea-Schwäche führt zu Prognosesenkung
  • Derma und La Prairie wachsen weiter
  • 18-Monats-Programm zur Nivea-Neuausrichtung

Eine Gewinnwarnung „enormen Ausmaßes“ — und trotzdem bleibt ein Analysehaus gelassen. Bernstein Research beließ Beiersdorf nach der gesenkten Jahresprognose bei „Outperform“ mit einem Kursziel von 95 Euro. Der Markt selbst reagierte deutlich nervöser: Die Aktie fiel am Montag um 3,54 Prozent auf 77,86 Euro.

Auslöser ist eine spürbare Nachfrageschwäche bei der Kernmarke Nivea. Beiersdorf senkte daraufhin die Prognose für das Gesamtjahr: Statt eines flachen bis leichten Wachstums rechnet der Konzern nun mit einem organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Auch die Ebit-Margenerwartung sinkt, von zuvor 14,0 Prozent auf mindestens 11,8 Prozent.

Nivea bremst, Derma und La Prairie liefern

Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz aus eigener Kraft um 3,5 Prozent auf 4,95 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis fiel von 836 Millionen Euro im Vorjahr auf 768 Millionen Euro, die operative Marge sank auf 15,5 Prozent.

Verantwortlich für die Schwäche ist vor allem Nivea, das einen deutlichen Umsatzrückgang verzeichnete. Konzernchef Vincent Warnery nannte Auslieferprobleme, einen späteren Start der Sonnensaison in Europa und einen Lagerbestandsabbau im Handel als Gründe. Andere Marken liefen dagegen besser: Das Hautpflegesegment Derma mit Eucerin und Aquaphor wuchs weiter, und die Luxusmarke La Prairie kehrte im zweiten Quartal auf den Wachstumspfad zurück.

Bernstein-Analyst Callum Elliott rechnet damit, dass der Analystenkonsens für den Gewinn um rund 15 Prozent sinken dürfte. Angesichts der schon länger schwachen Nivea-Entwicklung sei die Neuigkeit für ihn aber keine echte Überraschung gewesen.

Warnery setzt auf 18-monatiges Programm

Um die Kernmarke wieder in Schwung zu bringen, hat Beiersdorf ein 18-monatiges Programm zur Neuausrichtung von Nivea angekündigt. Vorgesehen sind breiter angelegte Innovationen, ein größeres Produktangebot und höhere Werbeausgaben.

Warnery selbst steckte den Zeitrahmen ab: 2027 soll das Geschäft wieder auf Wachstumskurs kommen, ab 2028 will der Konzern erneut profitabel wachsen. Bis dahin bleibt Nivea die Baustelle, an der sich zeigen wird, ob das Programm greift.

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