Goldman Sachs dreht bei Beiersdorf ins Negative. Die US-Investmentbank stuft den Konsumgüterkonzern von „Neutral“ auf „Sell“ ab und senkt das Kursziel von 82 auf 73 Euro. Der Grund: Die Erholung der Kernmarke Nivea könnte länger dauern als gedacht.
Nivea unter Druck
Die Analysten verweisen auf zunehmenden Wettbewerb durch Unilever und L’Oréal. Nielsen-Daten stützen diese These. In Europa legten Unilevers Vaseline und L’Oréals Mixa in den zwölf Wochen bis zum 6. September um 7 beziehungsweise 22 Prozent zu, während Nivea 6 Prozent verlor.
Für das Consumer-Geschäft erwartet Goldman 2026 einen organischen Umsatzrückgang von 3,1 Prozent. Mittel- bis langfristig sehen die Experten nur 2 bis 3 Prozent Wachstum, weniger als bei vergleichbaren Beauty- und Haushaltsgüterkonzernen. Nivea biete wegen seiner Größe und geografischen Ausrichtung begrenztes Potenzial.
Die angekündigten zusätzlichen 100 Millionen Euro für Werbung im zweiten Halbjahr halten die Analysten für zu gering. Verglichen mit den Marketingbudgets der Konkurrenz falle der Betrag kaum ins Gewicht. Hinzu kommt aus Sicht der Bank, dass sich die Marke stärker auf Premiumisierung konzentriert habe als auf die Ausführung im Kernportfolio. Fehlende Zukäufe verschärften das Bild.
Derma als Lichtblick
Die Sparte mit Eucerin und Aquaphor bleibt laut Goldman der stärkere Bereich. Sie steuert allerdings nur rund 20 Prozent zum Consumer-Umsatz bei, Nivea kommt auf etwa 66 Prozent. Der Puffer ist also begrenzt.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn etwa 20 Prozent verloren. Goldman sieht trotzdem kein Potenzial für die Konsensschätzungen und liegt mit den eigenen Gewinnprognosen für 2026 bis 2028 zwei bis vier Prozent darunter. Für 2027 bis 2029 rechnen die Analysten mit einem jährlichen Gewinnwachstum je Aktie von 5 Prozent und einer Dividendenrendite von 1 Prozent.
Blick auf die Zahlen am 27. Oktober
Am 27. Oktober legt Beiersdorf Zahlen zum dritten Quartal vor. Goldman erwartet beim Konzernumsatz organisch ein Minus von 1,4 Prozent, der Marktkonsens liegt bei minus 0,3 Prozent. Für Nivea prognostiziert die Bank einen Rückgang von 5,5 Prozent und nennt Auslistungen im Handel sowie die schwache Verbraucherstimmung als Gründe.
Positiver würde Goldman erst werden, wenn Beiersdorf seine Bilanz stärker für Zukäufe oder Kapitalrückflüsse nutzt. Bis dahin bleibt der Zahlentermin Ende Oktober der nächste Test für die Skepsis der Bank.
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