BayWa steht massiv unter Druck. Der Agrarkonzern muss Milliarden einnehmen, um sein Überleben zu sichern. An der Börse sorgte die Restrukturierungsfantasie am Montag für einen Lichtblick. Die Aktie kletterte um knapp fünf Prozent auf 13,70 Euro. Auf Jahressicht steht allerdings noch immer ein Minus von rund 18 Prozent auf der Kurstafel.
Um Barmittel zu beschaffen, treibt das Management den Ausverkauf voran. Im Schaufenster steht aktuell die neuseeländische Obsttochter T&G Global. Die Investmentbank Goldman Sachs sucht für den 74-prozentigen Anteil einen Käufer. Das Unternehmen vermarktet weltweit Apfelsorten wie Envy und Jazz. Im vergangenen Jahr kehrte T&G in die Gewinnzone zurück. Das weckt Begehrlichkeiten.
Minderheitsaktionär bremst Bieterprozess
Mehrere Agrar-Finanzinvestoren haben Interesse angemeldet. Als mögliche Käufer gelten Roc Partners, Paine Schwartz und Hancock. Ein Verkauf könnte rund 300 Millionen Euro in die leeren Kassen spülen. Kein Selbstläufer. Die Hongkonger Joy Wing Mau Group hält knapp 20 Prozent an T&G. Marktberichten zufolge bremst der Minderheitsaktionär den Prozess derzeit aus.
Selbst bei einem erfolgreichen Abschluss bleibt ein gewaltiges Problem. Dem Münchner Konzern fehlen im Sanierungsplan noch 2,7 Milliarden Euro. Ursprünglich sollte der Verkauf der Energietochter BayWa r.e. diese Lücke schließen. Gestrichene US-Subventionen ließen den Plan jedoch platzen.
Neue Köpfe für den Schrumpfkurs
Bis 2028 will BayWa wieder auf festen Beinen stehen. Der Plan: ein auf Agrar- und Baustoffe geschrumpfter Konzern. Der Umsatz soll sich auf zehn Milliarden Euro mehr als halbieren. Parallel dazu baut das Unternehmen seine Kontrollebene um. Ein Gericht bestellte drei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat. Darunter ist die frühere Bayer-Managerin Ines Kapphan. Die formelle Bestätigung durch die Aktionäre steht noch aus.
Die Zeit drängt massiv. Bis zum Herbst benötigt BayWa eine Verlängerung des Stillhalteabkommens mit seinen Banken. Ohne diese Einigung verliert die Restrukturierung ihre rechtliche Grundlage. Ein testierter Jahresabschluss für 2025 fehlt weiterhin. Erste harte Fakten liefert der 26. Mai. Dann veröffentlicht der Konzern seine Quartalsmitteilung und zeigt, ob die Kostensenkungen erste Wirkung entfalten.
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