Die monatelange Zitterpartie um BayWa hat einen neuen Fahrplan. Der hochverschuldete Agrarkonzern wirft seine kriselnde Energietochter aus der Bilanz. Am Aktienmarkt sorgt dieser Schritt für deutliche Erleichterung.
Treuhänder übernimmt die Sparte
BayWa überträgt ihre Anteile an der Tochtergesellschaft BayWa r.e. auf einen Sanierungsgesellschafter. Der Schweizer Co-Investor EIP zieht parallel dazu mit. Damit verschwindet das Wind- und Solargeschäft endgültig aus den Büchern der Münchner. Der Preis für diesen Schnitt ist allerdings hoch: BayWa muss vorerst milliardenschwere Gesellschafterdarlehen abschreiben. Die Tochter stand bei den bisherigen Eigentümern mit insgesamt 1,3 Milliarden Euro in der Kreide.
Die Energiesparte entwickelte Windparks und Batteriespeicher, blieb zuletzt aber weit hinter den Erwartungen zurück. Der massive Kapitalbedarf riss den gesamten Konzern tief in die Krise. Ursprünglich kalkulierte das Management mit einem lukrativen Verkauf. Rund 1,7 Milliarden Euro sollten in die Kassen fließen. Nun rechnen Experten als realistischen Erlös nur noch mit knapp einer Milliarde Euro.
Banken gewähren Aufschub
Im Gegenzug kommen die Gläubiger dem Agrarkonzern entgegen. Sie sichern sich den ersten Zugriff auf das spätere Geld und streichen der BayWa als Ausgleich einen Teil der Schulden. Obendrein gewähren die Banken dem Unternehmen mehr Luft zum Atmen. Die Frist für die finanzielle Erholung verlängert sich um zwei Jahre bis Ende 2030.
Anleger begrüßen den Sanierungskompromiss. Bereits am Freitag kletterte das Papier nach ersten Berichten spürbar nach oben. Heute setzt die BayWa-Aktie diese Erholung fort und steigt um 2,60 Prozent auf 11,85 Euro.
Trotz der jüngsten Gewinne bleibt der Weg aus der Krise lang. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursminus auf gut 29 Prozent. Die rettende Ziellinie ist ohnehin noch weit entfernt. Aus dem aktuellen Konzept muss bis Herbst 2026 ein rechtsverbindlicher Vertrag entstehen. Bis dahin müssen alle beteiligten Gremien den Plänen noch formell zustimmen.
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