Bei der Vorstellung der Zahlen am Donnerstag punktete BayWa noch mit seinen Plänen, den Schuldenstand in den kommenden Jahren deutlich reduzieren zu wollen. Mit dem Verkauf mehrerer Sparten sowie einer dramatischen Reduktion des Personals will das Unternehmen seine Sanierung erfolgreich voranbringen. Das klingt erstmal sinnvoll und richtig und es beförderte den Aktienkurs zeitweise um annähernd 20 Prozent in die Höhe.
Am Freitag traten aber schon wieder Zweifel auf. Vielleicht errinnerten die Anleger sich an die schlechten Neuigkeiten, welche mit den Bilanzen aufkamen. Die Umsätze sind eingebrochen, und das gleich um 22 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro. Vorstandschef Frank Hiller führte dies in erster Linie auf die schwache Konjunktur und Preisrückgänge bei Getreide zurück.
BayWa hat es nicht leicht
Das sind zwar nachvollziehbare Gründe. Dennoch hängen Zweifel in der Luft. Denn um die geplanten Schuldensenkungen in den nächsten Jahren auch durchziehen zu können, braucht BayWa Einnahmen aus den laufenden Geschäften. Jene sollten mindestens stabil bleiben, im besten Falle steigen.
Sinken jedoch die Umsätze, so könnten auch die an sich überzeugenden Sanierungspläne früher oder später ins Wanken geraten. Die Unsicherheit blieb an der Börse letztlich erhalten und nach Kursverlusten von 5,7 Prozent am Freitag beendete die BayWa-Aktie die laufende Woche letztlich mit roten Vorzeichen. Im 5-Tages-Vergleich ging es um 2,6 Prozent in Richtung Süden.
Die Zukunft bleibt ungewiss
Weitere Unsicherheiten kommen aus den USA, wo die Tochter BayWa r.e. noch evaluieren muss, inwieweit sie von geplanten Einschränkungen bei der Förderung erneuerbarer Energien durch die Trump-Regierung betroffen ist. Auch das könnte die Sanierungspläne des Mutterkonzens ins Wanken bringen. Den Bullen bleibt erstmal nur die Hoffnung, und das reicht für eine nachhaltige Trendwende leider noch nicht aus.
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