Die Aktie der BayWa AG gerät am heutigen Montag massiv unter Druck und verzeichnete im Handelsverlauf einen Rückgang von 10 Prozent auf 8,02 Euro. Damit setzt sich die volatile Tendenz der vergangenen Monate fort, in denen das Papier seit Jahresbeginn bereits 52 Prozent an Wert verloren hat.
Während der Konzern intensiv an der Umsetzung seines Sanierungskonzepts arbeitet, sorgen Nachrichten aus dem Umfeld des Markennamens für zusätzliche Unruhe am Kapitalmarkt.
Trennung von Marke und Konzern
Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Verunsicherung der Anleger ist die Situation im Bereich der BayWa Bau- und Gartenmärkte. Medienberichten zufolge bereiten mehrere Gesellschafter der Hagebau-Gruppe zum 1. Dezember die Übernahme von fünf Standorten vor, die bislang unter der Marke BayWa geführt werden. Parallel dazu starteten in der vergangenen Woche umfangreiche Räumungsverkäufe in 30 bayerischen Filialen.
Für Investoren der börsennotierten BayWa AG ist hierbei eine strikte Unterscheidung der Unternehmensstrukturen entscheidend: Das Baumarktgeschäft ist kein Bestandteil des Konzerns. Die BayWa AG hat diese Sparte bereits in den Jahren 2011 und 2012 an die Eigentümer der Hellweg-Gruppe veräußert.
Die Baumärkte nutzen den Namen lediglich auf Lizenzbasis. Operative Probleme oder Filialschließungen in diesem Sektor betreffen somit nicht die Bilanz der Aktiengesellschaft, auch wenn die Namensgleichheit am Markt regelmäßig für Irritationen sorgt.
Eckpunkte der Sanierungsvereinbarung
Der Fokus der BayWa AG liegt stattdessen auf der umfassenden finanziellen Restrukturierung, deren Grundpfeiler vor über einem Monat mit den Gläubigern und Großaktionären abgestimmt wurden.
Diese Einigung sieht vor, den Sanierungszeitraum sowie die bestehenden Finanzverbindlichkeiten bis zum Ende des Jahres 2030 zu verlängern. Um die Kapitalstruktur nachhaltig zu festigen, sollen Finanzierungspartner Verbindlichkeiten in Höhe von bis zu 700 Millionen Euro in ein Nachranginstrument umwandeln.
Diese Maßnahmen stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung verschiedener Gremien. Ziel ist es, bis zum Herbst dieses Jahres eine rechtlich verbindliche Vereinbarung zu unterzeichnen. Das Unternehmen strebt damit eine langfristige Stabilisierung an, nachdem der Kurs im August mit 7,36 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert hatte.
Fortschritte beim Beteiligungsverkauf
Parallel zur Umschuldung treibt der Konzern den Umbau seines Portfolios voran. Am vergangenen Mittwoch wurde der vollständige Verkauf der Tochtergesellschaft BayWa Mobility Charging GmbH an den österreichischen Energieversorger EVN bekannt. Die Transaktion umfasst 30 Standorte mit 170 öffentlichen Ladepunkten und sieht einen weiteren Ausbau der Infrastruktur bis zum Jahr 2027 vor.
Ein noch größerer Hebel für den Entschuldungskurs ist die geplante Entkonsolidierung der Tochtergesellschaft BayWa r.e. Hierzu sollen die Anteile an einen spezialisierten Transformations-Gesellschafter übertragen werden, der die Restrukturierung und den späteren Verkauf begleitet.
Durch diesen Schritt beabsichtigt der Konzern, Verbindlichkeiten in einer Größenordnung von bis zu 900 Millionen Euro zurückzuführen. Trotz dieser strategischen Fortschritte bleibt die Marktlage für die BayWa-Titel angespannt, während die Anleger auf den finalen Abschluss der Sanierungsverträge warten.
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