Die Baumarktkette BayWa Bau & Garten wird nicht fortgeführt. Am Montag wurde bekannt, dass für die Kette ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt wurde, die Eröffnung wird voraussichtlich Ende August erwartet. Die Zentrale in Garching wird geschlossen, rund 340 Mitarbeitende in den Verwaltungsstrukturen verlieren ihre Stellen.
Das Filialnetz selbst soll erhalten bleiben, allerdings unter verschiedenen Marken fortgeführt werden. Für die betroffenen Standorte bedeutet die Insolvenz also nicht das Ende, sondern einen Betreiberwechsel – für die Zentrale und ihre Beschäftigten hingegen schon.
Kein direkter Konzerneffekt – aber ein Symbol der Krise
Wichtig für Anleger der BayWa AG ist ein Detail, das in der öffentlichen Wahrnehmung oft untergeht: BayWa Bau & Garten gehört bereits seit Anfang 2012 nicht mehr zum Mutterkonzern, sondern wird aus dem Umfeld der Baumarktkette Hellweg operativ geführt. Eine unmittelbare bilanzielle Belastung für die BayWa AG entsteht durch die Insolvenz damit nicht.
Dennoch fällt die Nachricht in eine Phase, in der der Name BayWa ohnehin für Sanierungsdruck steht. Der Kurs der Aktie wird nicht von der Baumarkt-Pleite getrieben, sondern von der tiefergehenden Krise des Mutterkonzerns selbst – und die hat in den vergangenen Monaten mehrere Rückschläge erlebten.
Umsatzeinbruch und Standstill mit den Banken
Im ersten Quartal 2026 brach der Konzernumsatz der BayWa AG von 3,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 2,3 Milliarden Euro ein. Ende Mai einigte sich das Unternehmen mit den finanzierenden Banken auf eine Standstill-Vereinbarung, die bis in den Herbst 2026 gilt und der Überarbeitung des Sanierungskonzepts dienen soll.
Verschärft wurde die Lage bereits im März, als bekannt wurde, dass der geplante Verkauf der Ökostromtochter BayWa r.e. deutlich weniger als die zunächst veranschlagten 1,7 Milliarden Euro einbringen dürfte. Diese Erlöse waren ein zentraler Baustein der Sanierungsstrategie – ihr Wegfall in der ursprünglich erhofften Höhe belastet den finanziellen Spielraum des Konzerns zusätzlich.
Aktie bleibt unter Druck
Die BayWa-Aktie notierte am Dienstag bei 8,82 Euro und verlor damit an dem Tag 2,0 Prozent. Über die vergangenen zwölf Monate hat das Papier mehr als die Hälfte seines Werts eingebüßt. Die Kombination aus Umsatzkollaps, unsicherem Verkaufserlös bei BayWa r.e. und nun auch der Insolvenz der einst konzerneigenen Baumarktkette zeichnet das Bild eines Unternehmens, das sich mitten in einem tiefgreifenden und noch nicht abgeschlossenen Umbau befindet.
Für Anleger bleibt die Standstill-Vereinbarung mit den Banken der entscheidende Fixpunkt: Bis zum Herbst muss ein überarbeitetes Sanierungskonzept stehen, das zeigt, wie der Konzern seine Schuldenlast in den Griff bekommen will. Die Insolvenz von BayWa Bau & Garten ändert daran wirtschaftlich wenig – symbolisch unterstreicht sie aber, wie weitreichend die Probleme im gesamten BayWa-Umfeld inzwischen sind.
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