BayWa Aktie: 5,5 Prozent nach r.e.-Verkaufssignal

Der Verkauf der Ökostromtochter BayWa r.e. steht kurz bevor. Der Schritt entlastet die Konzernbilanz und treibt den Aktienkurs an.

Auf einen Blick:
  • Aktienkurs steigt um 5,5 Prozent
  • Verkauf der Ökostromtochter steht bevor
  • Schulden verschwinden aus der Bilanz
  • Erlös sinkt auf 900 Millionen Euro

BayWa-Aktien schießen am Donnerstag um 5,50 Prozent nach oben, auf 11,50 Euro. Grund ist ein konkreter Fortschritt beim geplanten Verkauf der Ökostromtochter BayWa r.e. Der Kurs lag am Mittwoch noch bei 10,90 Euro und setzt damit die Erholung der vergangenen Handelstage fort.

Verkauf „in Kürze“

BayWa r.e.-Vorstandschef Hans-Joachim Ziems kündigt den Verkauf an einen „Transformations-Gesellschafter“ an. Details zur künftigen Eigentümerstruktur will das Unternehmen „in wenigen Wochen“ bekanntgeben. Das schreibt Ziems in einer Mail an die Führungskräfte.

Bisher gehört die r.e. gemeinsam der BayWa AG und dem Schweizer Investor EIP. Ziems begründet den Schritt mit dem Wunsch nach mehr Tempo. „Damit setzen wir unsere Transformation noch zügiger fort, und zwar in Eigenregie“, schreibt er.

Vorteil für die Bilanz

Für die Mutter BayWa AG bringt die Trennung einen klaren Vorteil. Die Ökostromgesellschaft und ihre Schulden verschwinden aus der Konzernbilanz. Der Schritt passt zur strategischen Neuausrichtung: BayWa will sich in den nächsten Jahren komplett aus dem Energiegeschäft zurückziehen.

Neu im überarbeiteten Sanierungsplan: 2029 soll auch der Bereich Wärme und Mobilität verkauft werden. Dazu zählen unterschiedliche Geschäfte, vom Heizöl- und Holzpelletverkauf bis zum Bau von Ladeparks.

Preis fällt deutlich

Die ursprünglich erhoffte Bewertung lässt sich nicht mehr halten. Eigentlich sollte BayWa r.e. für 1,7 Milliarden Euro verkauft werden. Das Management der Tochter senkte im Frühjahr jedoch drastisch seine Ergebnisziele.

Der BayWa-Vorstand rechnet inzwischen nur noch mit 900 Millionen Euro Erlös. Hinzu kommt: Beide Anteilseigner müssen Zugeständnisse machen. Sowohl BayWa AG als auch EIP sollen auf ausstehende Forderungen gegen die r.e. verzichten.

Hintergrund: Neuer Sanierungsplan

Die Meldung folgt kurz auf eine Einigung zwischen Konzern, Banken und Großaktionären. Am Dienstagabend verständigten sich BayWa-Vorstand, Gläubigerbanken und die zwei Hauptaktionäre nach monatelangen Gesprächen auf einen neuen Sanierungsplan. Das bisherige Konzept war wegen der Probleme bei BayWa r.e. nicht mehr zu halten.

Ende 2023 beschäftigte der Konzern weltweit über 23.000 Menschen. Nach dem ursprünglichen Sanierungskonzept sollten es am Ende nur noch etwa 8.000 sein.

GVB-Präsident Stefan Müller kommentiert die Neuausrichtung: „Klarer Fokus auf Agrarhandel, Landtechnik und Baustoffe. Dieses Geschäftsmodell hat die BayWa über Jahrzehnte getragen und kann profitabel in die Zukunft geführt werden.“

Ziems kündigt die Details zur neuen Eigentümerstruktur für die kommenden Wochen an. Bis dahin bleibt die BayWa-Aktie deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 23,90 Euro. Das Kursplus von 43,75 Prozent zum Jahrestief bei 8,00 Euro zeigt aber: Die Stimmung hat sich zuletzt gedreht.

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