BayWa kämpft weiter mit seiner Problemtochter. Nun steht ein neuer Plan für die Erneuerbare-Energien-Sparte BayWa r.e. im Raum. Ein Treuhänder soll vorübergehend die Kontrolle übernehmen. Das berichtet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf Insider.
Bilanztrick oder Rettungsanker?
Die Idee ist simpel. BayWa und der Mitgesellschafter Energy Infrastructure Partners lagern ihre Anteile zeitweise aus. Der Treuhänder übernimmt die Rolle des Gesellschafters. Wirtschaftlich gehört die Tochter weiter zum Konzern. Die Folge: Bilanziell entlastet dieser Kniff die angeschlagene Muttergesellschaft.
Die Energietochter bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor im laufenden Konzernumbau. Ursprünglich wollte BayWa mit dem Verkauf der Tochter rund 1,7 Milliarden Euro einnehmen. Schlechte Marktbedingungen für Wind- und Solarprojekte machten diesen Plan im Frühjahr 2026 zunichte.
Um Zeit zu gewinnen, schloss das Management eine Stillhaltevereinbarung mit den Banken. Diese läuft bis Herbst 2026. Bis dahin verzögert sich auch der Jahresabschluss für 2025. Ein im Vorjahr geschnürtes Refinanzierungspaket über drei Milliarden Euro reichte offenbar nicht aus.
Börse hofft auf Entflechtung
Anleger reagieren nervös auf die anhaltende Hängepartie. Die Aktie schloss am Montag bei 11,50 Euro. Seit Jahresbeginn verlor das Papier rund 31 Prozent an Wert.
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Kurs notiert deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 15,21 Euro. Immerhin konnte sich der Wert vom tiefen Absturz im Vorjahr etwas erholen.
Ein Treuhandmodell könnte die Finanzierungsgespräche der Muttergesellschaft massiv erleichtern. Bislang handelt es sich jedoch nur um unbestätigte Pläne. Ein belastbarer Impuls für den Aktienkurs folgt erst mit einer offiziellen Mitteilung. Spätestens wenn der Konzern seinen verspäteten Jahresabschluss präsentiert, müssen konkrete Fakten auf den Tisch.
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