BayWa steckt mitten in der Restrukturierung — und ein zentrales Fundament droht zu bröckeln. Der geplante Verkauf der Erneuerbaren-Tochter BayWa r.e. wird voraussichtlich deutlich weniger einbringen als die eingeplanten 1,7 Milliarden Euro. Das zwingt den Konzern zur Neuplanung.
Sanierung unter Druck
Der Münchner Agrar- und Energiekonzern kämpft seit 2024 mit einer Sanierungssituation. Das Ziel: Schulden abbauen, Eigenkapital stärken. Dafür sollte der Verkauf von BayWa r.e. den größten Beitrag leisten.
Nun steht fest, dass die Erlöse aus diesem Verkauf hinter den Erwartungen zurückbleiben. Eine Anpassung des Sanierungskonzepts ist unausweichlich. Immerhin: Das bereinigte EBITDA im ersten Quartal 2026 übertraf sowohl den Vorjahreswert als auch die Vorgaben des Sanierungsplans. Die Liquidität sei solide, teilt das Unternehmen mit.
Der Umsatz brach im ersten Quartal auf 2,3 Milliarden Euro ein — nach 3,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. BayWa erklärt den Rückgang mit schlechten Wetterbedingungen, schwacher Baukonjunktur und bewussten strategischen Entscheidungen im Rahmen der Sanierung. Den Verkauf der Cefetra Group schloss der Konzern im ersten Quartal planmäßig ab.
Kleines Lebenszeichen aus Griechenland
Inmitten der Restrukturierung liefert BayWa r.e. Solar Trade Griechenland zehn Energiespeichersysteme vom Typ Huawei LUNA2000-215 für ein Projekt in Astakos. Die Systeme haben eine Gesamtkapazität von 2,15 MWh und kommen bei Lastverschiebung und Spitzenkappung zum Einsatz. Die Partnerschaft mit Huawei im Photovoltaik-Bereich besteht seit über einem Jahrzehnt.
Das Projekt ist operativ unspektakulär — zeigt aber, dass das Erneuerbaren-Geschäft weiterläuft, während im Hintergrund über seine Zukunft verhandelt wird.
Kurs weit vom Hoch entfernt
Die BayWa-Aktie legte am Donnerstag um 3,9 Prozent auf 12,00 Euro zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 28 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 23,90 Euro trennt das Papier noch fast die Hälfte.
Wie viel Substanz das angepasste Sanierungskonzept haben wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten — spätestens wenn BayWa konkrete Zahlen zum neuen Verkaufsprozess für BayWa r.e. vorlegt.
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