Sebastian Guth, Chef des US-Geschäfts von Bayer und zugleich COO der Pharmasparte, hat sich am Dienstag gegenüber Reuters recht gelassen gezeigt. Die jüngst von US-Präsident Donald Trump per Erlass angekündigten Zölle auf importierte Pharmaprodukte? Eingepreist, sagt Guth. „Wir sind der Auffassung, dass wir Zölle in unserem Ausblick für 2026 angemessen berücksichtigt haben.“ Kein Anpassungsbedarf also, zumindest nach Lesart des Unternehmens.
Der EU-Deal als Schutzschild
Guth begründet diese Gelassenheit vor allem mit dem Handelsabkommen zwischen den USA und der EU aus dem vergangenen Jahr. Demnach sind Zölle auf die meisten Waren aus der EU, Arzneimittel eingeschlossen, auf 15 Prozent gedeckelt. Das gibt Bayer offenbar genügend Planungssicherheit, um die Prognose für 2026 stehen zu lassen: ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro, nach 9,669 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025.
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Nicht am Tisch der Privilegierten
Einen Haken gibt es allerdings. Sechzehn der weltweit größten Pharmaunternehmen haben bereits Vereinbarungen mit der US-Regierung getroffen, die ihre Produkte von den neuen Zöllen ausnehmen. Bayer gehörte anfangs nicht dazu. Ob das Unternehmen inzwischen Gespräche mit der Trump-Administration führt, wollte Guth nicht kommentieren. Die Zölle sollen für die meisten Firmen im September in Kraft treten, sofern sie keine „Most Favored Nation“-Preisvereinbarungen mit dem Weissen Haus abschließen oder sich zur Inlandsproduktion verpflichten.
Blaupause aus London
Guth verwies zudem auf den jüngst abgeschlossenen US-britischen Pharmahandelsvertrag als Modell für andere Länder. Großbritannien sicherte sich zollfreien Zugang zum US-Markt, verpflichtete sich im Gegenzug, seine Medikamentenausgaben bis 2035 von 0,3 auf 0,6 Prozent des BIP zu steigern. Für Guth ist das ein Zeichen, dass wohlhabende Länder ihre Preisstrukturen langfristig überdenken werden. „Es herrscht Einigkeit darüber, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen wird, sondern ein Prozess im Laufe der Zeit ist.“ Ob Bayer davon profitiert oder am Ende doch noch in die Zollkategorie rutscht, hat er offengelassen. Eingepreist hin oder her.
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