Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Bayer kam in den letzten Wochen nicht mehr richtig voran. Anfang des Monats noch mit mehr als 50 Euro bewertet, hat sie seitdem wieder abgegeben, pendelt uninspiriert bei einem Kurs um die 49 Euro, aktuell sogar leicht darunter. Möglicherweise wird sich vor dem 14. September an der Ausgangslage für die Bayer-Aktie nicht viel ändern, trotz mehrheitlich hoher Kursziele durch Analysten – und einem Etappensieg im Glyphosat-Rechtsstreit in der Vorwoche. Die Anleger aber warten offenbar auf die endgültige Entscheidung.
Gericht stärkt Bayer bei geplantem Vergleich
Denn laut Medienberichten hatte ein US-Berufungsgericht am Donnerstag einen Einspruch gegen den geplanten 7,25 Milliarden Dollar schweren Vergleich des Agrar- und Pharmakonzerns im Streit um den Unkrautvernichter Roundup (Glyphosat) abgewiesen. „Kläger hatten versucht, den Fall an ein Bundesgericht zu verweisen, dessen zuständiger Richter den Vergleichsvorschlag zuvor kritisiert hatte“, meldete unter anderem die WirtschaftsWoche. Das Berufungsgericht bestätigte demnach allerdings eine frühere Entscheidung, wonach das Verfahren vor einem Gericht im Bundesstaat Missouri verbleib. Dessen Richter hätten der Einigung bereits vorläufig zugestimmt.
Eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen: Für den 14. September ist dort nun eine Anhörung zur endgültigen Genehmigung angesetzt. Der Anwalt der Kläger kündigte Berichten zufolge an, den Vergleich auch dort weiter bekämpfen zu wollen.
- Die Bayer-Tochter Monsanto hingegen habe die Entscheidung und bezeichnete den Einspruch demnach „als haltlos“
- Der Vergleich sei für alle Parteien fair, teilte das Unternehmen mit – und auch der Mutterkonzern bleibt optimistisch
Bayer hatte bereits vor Surpreme Court gesiegt
Bayer hatte bereits Ende Juni im milliardenschweren US-Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken von Glyphosat einen Erfolg vor dem Obersten Gerichtshof der USA errungen. Die Richter urteilten, dass Bayer nicht wegen angeblich fehlender Krebs-Warnhinweise auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden könne. Der Surpreme Court berief sich darauf, dass in den USA von der Regierung einheitliche Markierungen vorgeschrieben seien – damit könne es keine abweichenden Anforderungen einzelner Bundesstaaten geben.
Nicht nur das Leverkusener Unternehmen selbst sieht sich in in seiner Rechtsauffassung bestätigt. Die US-Umweltbehörde EPA habe wiederholt und eindeutig festgestellt, dass Glyphosat bei sachgemäßer Anwendung nicht krebserregend sei. „Das Urteil ermöglicht auch, das öffentliche Vertrauen in den wissenschaftlichen Konsens über die Sicherheit von glyphosatbasierten Herbiziden wiederherzustellen“, so Bayer im Juni.
Hohe Kursziele nach Quartalszahlen
Auch Analysten folgten dieser Auffassung – und vergaben in der Folge mehrheitlich hohe Kursziele, die sie nach den Quartalszahlen Anfang August laut finanzen.net noch einmal bestätigten.
- Deutsche Bank: 60,00 EUR, +22,45%
- UBS: 62,00 EUR, +26,53%
- JP Morgan: 61,00 EUR, +24,49%
- Goldman Sachs: 63,50 EUR, +29,59%
Goldman Sachs hatte die Prognose für Bayer sogar leicht von 62,50 auf 63,50 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Die Finanzentwicklung von Bayer bleibe stark, schrieb James Quigley im Nachgang guter Quartalsergebnisse. Der Weg zum Kursziel führe über ein starkes Pharma-Geschäft, eine vollständige Klärung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten und mittel- bis langfristig auch den Wegfall des Konglomeratsabschlags in einem Aufspaltungsszenario.
Nur Jefferies bei Bayer zurückhaltend
Genau das nahm das US-Analysehaus Jefferies zum Anlass für eine sehr viel konservatiovere Schätzung: Analyst Michael Leuchten hatte die Einstufung für Bayer nach Zahlen als einziger der renommierten Häuse auf „Hold“ mit einem Kursziel von lediglich 46 Euro belassen. Er nahm in seiner Studie zu einen kleinere Änderungen an seinen Schätzungen für den Umsatz und das operative Ergebnis (Ebitda) vor. Die Einstufung „Halten“ für die Aktien aber bestätigte er, weil auf kurze Sicht nicht mit einer Aufspaltung des Agrarchemie- und Pharmakonzerns zu rechnen sei, wie er argumentierte. Auf die Glyphosat-Frage ging er am 15. August hingegen mit keinem Wort ein.
Bayer AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer AG-Analyse vom 31. August liefert die Antwort:
Die neusten Bayer AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
