Bayer-Aktie: Unkalkulierbar!

Die Aktie von Bayer hatte sich 2025 hervorragend entwickelt, auch ins neue Jahr startet sie mit Zugewinnen. Doch das Risiko beim Chemiekonzern bleibt hoch.

Auf einen Blick:
  • Die Bayer-Aktie ist gut ins neue Börsenjahr gestartet
  • Bereits 2025 war für den Chemiekonzern sehr erfolgreich
  • Die Glyphosat-Streitigkeiten aber sind noch nicht beigelegt
  • Analysten sind sich in ihrem Kursziel daher völlig uneinig

Liebe Leserin, lieber Leser,

das neue Jahr hat für Bayer an der Börse gut begonnen. Bereits am Freitag hatte sich die Aktie des Leverkusener Chemie-Konzerns in Frankfurt von zuvor 36,98 auf glatt 38 Euro verbessert, am Montag im frühen Handel geht es um weitere 1,4 Prozent auf nun 38,55 Euro aufwärts. Es ist zugleich der höchste Kursstand seit mehr als zwei Jahren – trotz der weiterhin nicht ausgestandenen Glyphosat-Klagen in den USA. Dennoch glauben einige Analysten, dass es für die Bayer-Aktie in 2026 weiter nach oben gehen könnte. Andere hingegen erwarten einen Absturz.

JP Morgan glaubt an Bayer-Aktie

So glaubt etwa die US-Bank JP Morgan an weitere, massive Zugewinne – und hatte das Kursziel für Bayer im Dezember von 25 auf 50 Euro verdoppelt, die Aktien zudem von „Neutral“ auf „Overweight“ hochgestuft. Die Papiere der Leverkusener zählen neben Astrazeneca und Novartis zu den Branchenfavoriten des Analysten Richard Vosser, wie er in seinem Ausblick auf 2026 für die europäische Pharmabranche schrieb. Bei Bayer bessere sich die Geschäftslage und obendrein bestehe die Chance auf eine Eindämmung der negativen Folgen aus den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten.

Auch die Privatbank Berenberg ist positiv gestimmt: Für eine Klärung der Glyphosat-Streitigkeiten bis Ende 2026 gebe es „eine hohe Wahrscheinlichkeit“, die Chancen auf einen Sieg stünden inzwischen besser. Auch der Studienerfolg des Gerinnungshemmers Asundexian und die relativ moderaten Pharmapreisänderungen in den USA bedeuteten eine Risikominimierung, so Sebastian Bray zuletzt in einer Studie. Er hatte in der Folge das Kursziel für Bayer nach zuletzt starker Kursentwicklung dennoch von 30,40 auf 41 Euro angehoben, die Einstufung allerdings auf „Hold“ belassen.

Jefferies mit Kursziel von nur 25 Euro

Berenberg-Analyst Bray erkennt bei der Aktie somit immerhin noch ein klein wenig Kurspotenzial. Andere hingegen sehen die Papiere aktuell als überbewertet an, wie folgende Auflistung der Prognosen aus dem Dezember laut finanzen.net zeigen.

  • Barclays Capital: 30,00 EUR, 20,99%
  • Merrill Lynch: 35,00 EUR, -7,82%
  • Jefferies: 25,00 EUR, -34,16%
  • UBS: 32,00 EUR, -15,72%

Jefferies erwartet Absturz der Bayer-Aktie

Besonders kritisch zeigt sich demnach das US-Analysehaus Jefferies. Die Unterstützung des Generalanwalts der Vereinigten Staaten dafür, dass der Supreme Court ein Glyphosat-Urteil gegen Bayer zur Prüfung annehmen soll, sei „ein positiver Schritt“, schrieb Chris Counihan zwar. Bayer habe vor, das Thema bis Ende 2026 endlich abhaken zu können. Die Rückstellungen für aktuell verhandelte und künftige Glyphosat-Fälle beziffert er lkaut Berichten auf 6,60 Euro je Aktie. Dennoch sieht der US-Analyst ein Absturzrisiko bei den Papieren von derzeit  rund 35 Prozent.

Charles Pitman-King von der britischen Barclays bezog ebenfalls Stellung dazu, dass der „oberste Anwalt“ der US-Regierung dem Supreme Court dazu rät, ein Glyphosat-Urteil gegen Bayer zur Prüfung anzunehmen. Er sehe darin „einen weiteren positiven Schritt für den Chemie- und Pharmakonzern“.

  • Sollte das höchste US-Gericht dem folgen, wäre dies von Vorteil für die Strategie, die Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 deutlich einzudämmen
  • Eine endgültige Entscheidung erwarte er bis spätestens im Juni 2026, mit einem fairen Wert von 30 Euro aber sieht er die Papiere als überbewertet an

Aktie hat sich im Wert fast verdoppelt

Obwohl die Lage äußerst unsicher bleibt, hat die Bayer-Aktie sich bereits im Laufe des Jahres 2025 im Wert annähernd verdoppelt. 2026 kamen bislang weitere rund sechs Prozent dazu.

Mit anderen Worten: Die Aktie hat derzeit viele der positiven Annahmen bereits eingepreist. Ob es zu einem gütlichen Ende kommt, ist allerdings keinesfalls ausgemacht. Davon zeugen die extrem unterschiedlichen Prognosen. Und so bleibt bei der Kursentwicklung alles offen – und ein Investment in die Anteilscheine von Bayer schlicht ein unkalkulierbares Risiko.

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