Heute könnte der US Supreme Court sein Urteil im Glyphosat-Fall „Durnell“ verkünden. Für Bayer ist es eine der wichtigsten Rechtsentscheidungen der Unternehmensgeschichte — und der Markt wartet.
Was das Gericht entscheidet
Die Kernfrage ist grundsätzlich: Darf ein Unternehmen nach einzelstaatlichem Recht verurteilt werden, wenn die US-Bundesbehörde EPA das Produkt als sicher eingestuft hat?
Ein positives Urteil für Bayer würde einen Großteil der rund 65.000 noch offenen Klagen hinfällig machen. Ein negatives Urteil lässt die Klagewelle laufen. Bislang hat der Glyphosat-Komplex über zehn Milliarden US-Dollar gekostet. Im Februar schlug Bayer einen Vergleich über gut sieben Milliarden Dollar vor.
Der Supreme Court hat bis Ende Juni Zeit. Wann genau das Votum kommt, ist offen.
Zwei weitere Weichenstellungen folgen
Das Urteil ist nicht der einzige Termin. Am 9. Juli 2026 findet in St. Louis die finale Anhörung zur Genehmigung des Milliardenvergleichs statt. Im September folgt eine US-Anhörung zu möglichen Strafzöllen im Zusammenhang mit deutschen Gesundheitsreformen.
Drei Entscheidungen in knapp drei Monaten — das dürfte die Aktie weiter in Bewegung halten.
Institutionelle Investoren ziehen sich zurück
Parallel zum Urteilstag zeigen Stimmrechtsmeldungen Bewegung. Die Regierung von Singapur reduzierte ihren Anteil auf 2,90 Prozent — zuvor hielt sie 4,17 Prozent. Goldman Sachs senkte seinen Stimmrechtsanteil per 15. Juni auf 4,84 Prozent, nach 5,40 Prozent nur drei Tage zuvor.
Kein Alarmsignal für sich allein. Aber ein Zeichen, dass große Investoren ihre Positionen vor dem Urteil überdenken.
Rückenwind aus Brüssel und Washington
Unabhängig vom Rechtsstreit gab es zuletzt positive Signale. Das Europäische Parlament stimmte dafür, gentechnisch veränderte Pflanzen durch Verfahren wie CRISPR/Cas von strengen EU-Kennzeichnungspflichten auszunehmen. Die neuen Regeln sollen ab Mitte 2028 gelten. Bayer hält gemeinsam mit Corteva rund 80 Prozent der relevanten Patente — das Unternehmen gehört zu den größten Profiteuren dieser Liberalisierung.
Hinzu kommt eine FDA-Zulassung vom 15. Juni für AMBELVIST® (Gadoquatrane), ein neues MRT-Kontrastmittel mit der niedrigsten zugelassenen Dosis in den USA. Japan hatte das Mittel bereits im März 2026 zugelassen. Anträge in der EU und China laufen.
Aktie an technischer Schlüsselmarke
Die Bayer-Aktie schloss zuletzt bei 37,81 Euro und hat damit exakt die 50-Tage-Linie gekreuzt. Auf Zwölf-Monatssicht beläuft sich das Plus auf 43 Prozent — allerdings liegt der Kurs noch rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,93 Euro aus dem Februar.
Das Supreme-Court-Urteil bleibt der entscheidende Kurstreiber. Bei einem positiven Ausgang für Bayer dürfte der Markt die wegfallenden Klagerisiken schnell einpreisen — das Potenzial nach oben ist messbar.
Bayer AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer AG-Analyse vom 22. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Bayer AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
