Bayer meldet Bewegung im Streit um Glyphosat-Importe in die USA: Die Bayer-Tochter Ruveon hat ihren Antrag auf Antidumpingzölle für Glyphosat-Einfuhren zurückgezogen. Die Entscheidung wurde am Freitag bekannt und stößt bei US-Agrarverbänden auf Zustimmung.
Ruveon nimmt Antrag zu Glyphosat-Zöllen zurück
Ruveon hatte zuvor Zölle auf importiertes Glyphosat beantragt, zog den Antrag nun aber zurück. Jed Bower, Präsident der National Corn Growers Association (NCGA), begrüßte den Schritt ausdrücklich und verwies auf die ohnehin hohen Betriebsmittelkosten der US-Landwirte. Zölle auf den Wirkstoff hätten die Kosten für Anbaubetriebe zusätzlich erhöht – ein Effekt, den die Rücknahme nun vermeidet. Für Bayer, dessen Agrarsparte seit Jahren im Zentrum der Glyphosat-Debatte steht, ist der Rückzug ein Signal der Deeskalation gegenüber der eigenen Kundschaft in den USA.
Kurs bleibt in Rallye-Modus
An der Börse zeigt sich die Bayer-Aktie zuletzt in robuster Verfassung. Am Freitag schloss das Papier bei 48,06 Euro, ein Plus von 0,97 Prozent. Über die vergangenen 30 Handelstage hat sich der Kurs um 27,31 Prozent verteuert, seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 29,86 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen der Aktie damit noch rund 10,8 Prozent – die jüngste Rally hat den Abstand zwar verringert, aber noch nicht geschlossen.
Weitere Baustellen abseits des Kerngeschäfts
Auch außerhalb des operativen Geschäfts sorgt der Bayer-Konzern derzeit für Schlagzeilen. Simon Rolfes, Sport-Vorstand von Bayer 04 Leverkusen, kritisierte scharf die erneute Ablehnung des geplanten Vereins-Campus durch den Stadtrat von Monheim. Es ist bereits die zweite Absage für das Projekt. Rolfes forderte SPD und CDU auf, dem Vorhaben doch noch den Weg zu ebnen, und verlangte eine fachliche Prüfung der Entscheidung. Die Monheimer Bürgermeisterin Wienecke äußerte sich dazu bislang nicht öffentlich.
Daneben kursiert ein bislang unbestätigter Vorwurf: Die Informationsstelle Militarisierung berichtete, Monsanto – eine Bayer-Tochter – liefere elementaren Phosphor, der unter anderem in weißem Phosphor und in Glyphosat Verwendung findet, an Israel. Belege für eine militärische Nutzung nennt der Bericht nicht, die Darstellung bleibt ein Verdacht ohne offizielle Bestätigung durch Bayer oder Behörden.
Parallel dazu bewegt sich das regulatorische Umfeld für Agrarchemie insgesamt: Eine in „Environmental Science: Processes & Impacts“ veröffentlichte Studie warnt, dass die vollständige Beseitigung von PFAS-Belastungen in Europa jährlich bis zu 183 Milliarden Franken kosten könnte, selbst im besten Szenario ließen sich weniger als zwei Prozent der Emissionen entfernen. Die Forscher plädieren stattdessen für eine Begrenzung an der Quelle – eine Debatte, die mittelbar auch Hersteller von Pflanzenschutzmitteln wie Bayer betrifft, auch wenn die Studie den Konzern nicht direkt adressiert.
Für Anleger bleibt der Rückzug des Ruveon-Antrags das greifbarste Signal der Woche: Ein kleiner, aber konkreter Schritt, der die Beziehung zwischen Bayers Agrarsparte und der US-Landwirtschaft entspannt, während der Aktienkurs seine Erholung von den Tiefstständen des vergangenen Sommers fortsetzt.
Bayer AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer AG-Analyse vom 20. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Bayer AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
