Bayer Aktie: Ruveon LLC für Glyphosatkapselung gegründet

Bayer bündelt US-Glyphosataktivitäten in neuer Gesellschaft Ruveon LLC. Gerichtstermin zur 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleichsgenehmigung auf September verschoben.

Auf einen Blick:
  • Neue US-Gesellschaft Ruveon gegründet
  • Vergleichsvolumen von 7,25 Milliarden Dollar
  • Anhörung auf 14. September verschoben
  • Aktie fällt um 1,8 Prozent

Bayer strukturiert sein US-Geschäft mit Glyphosat neu. Der Konzern hat die Gesellschaft Ruveon LLC gegründet, um dort das amerikanische Glyphosatgeschäft zu bündeln. Medienberichten zufolge dient der Schritt der weiteren Risikokapselung und soll den milliardenschweren Sammelvergleich vorbereiten, über den ein Gericht in Missouri demnächst final entscheiden muss.

Die entsprechende Anhörung war ursprünglich für den 19. August terminiert, wurde aber auf den 14. September verschoben. Es geht um die endgültige gerichtliche Genehmigung eines Vergleichs im Volumen von 7,25 Milliarden US-Dollar, mit dem Bayer einen Großteil der Roundup-Klagewelle in den USA beilegen will.

Die Gründung von Ruveon fällt in die unmittelbare Vorbereitungsphase dieses Termins und zeigt, wie ernst der Konzern die rechtliche Absicherung des Deals nimmt.

Rückenwind durch Supreme-Court-Urteil

Rückenwind erhält Bayer aus einem Grundsatzurteil des US Supreme Court vom Juni. Das Gericht entschied im Fall Durnell zugunsten des Konzerns und schloss Klagen auf Bundesstaatenebene wegen angeblich fehlender Warnhinweise aus – vorausgesetzt, die US-Umweltbehörde EPA hat die Sicherheit des Produkts bereits festgestellt.

Diese Entscheidung stärkt Bayers Verhandlungsposition und dürfte die Struktur um Ruveon zusätzlich absichern, da ein zentrales Klagerisiko juristisch entschärft wurde.

Die Kapselung des Glyphosatgeschäfts in einer eigenen Gesellschaft ist ein weiterer Baustein in Bayers Strategie, die milliardenschweren Rechtsrisiken vom übrigen Konzern abzuschirmen. Sollte die Anhörung im September wie geplant zur endgültigen Genehmigung führen, wäre ein zentraler Unsicherheitsfaktor für Anleger aus der Welt geschafft – die Verschiebung um knapp einen Monat ändert daran wenig, verlängert aber die Wartezeit.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse zeigte sich die Bayer-Aktie am heutigen Donnerstag mit einem Rückgang von 1,8 Prozent auf 48,30 Euro belastet. Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Plus von 0,7 Prozent zu Buche, auf Monatssicht liegt die Aktie 1,5 Prozent im Plus.

Der Titel notiert damit weiterhin rund 10 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde, gleichzeitig aber deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 40,69 Euro.

Die Neustrukturierung des US-Glyphosatgeschäfts fällt in eine Phase, in der Bayer parallel an mehreren Fronten arbeitet: An der Kapitalseite hatte sich zuvor Apollo Global Management mit einer Minderheitsbeteiligung am Verhütungsmittelgeschäft engagiert, um die Bilanz zu stärken.

Nun rückt mit Ruveon die juristische Absicherung des Glyphosatvergleichs in den Fokus. Für Anleger bleibt die Anhörung am 14. September der entscheidende Termin, an dem sich zeigen wird, ob die neue Struktur ihren Zweck erfüllt und der Vergleich endgültig Bestand hat.

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