Vor dem Missouri Circuit Court hat die entscheidende Anhörung zur finalen Genehmigung des geplanten Roundup-Sammelvergleichs stattgefunden. Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern Bayer strebt über seine US-Tochter Monsanto eine Einigung mit einem Volumen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar an.
Der Entwurf soll Zehntausende Klagen wegen behaupteter Krebsrisiken beilegen und sieht Zahlungen über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vor. Eine gerichtliche Entscheidung fiel im direkten Anschluss an den Termin nicht und wird erst zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.
Widerstand von Klägervertretern verzögert Klärung
Am 14. September fand die Anhörung vor dem zuständigen Richter in Missouri statt, bei der Monsanto auf die Bestätigung des Vergleichswerks drängte. Allerdings stieß das Vorhaben auf Gegenwehr: Medienberichten zufolge wandten sich Klägeranwälte gegen die vorgeschlagene Einigung. Mit einem Richterspruch ist deshalb erst einige Wochen nach der Verhandlung zu rechnen.
Für das Unternehmen steht bei dem Verfahren viel auf dem Spiel. Die Einigung soll einen verlässlichen finanziellen Rahmen schaffen, um die langwierigen Streitigkeiten um das glyphosathaltige Herbizid Roundup schrittweise einzugrenzen. Die Ausgestaltung der Zahlungsfristen über zwei Jahrzehnte hinweg soll dabei die finanzielle Belastung für den Konzern strecken und Planungssicherheit gewährleisten.
Zulassungserfolge in der Pharmasparte
Abseits der juristischen Auseinandersetzungen in den USA verzeichnete der Konzern zuletzt Fortschritte im operativen Geschäft. Am 9. September erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA dem Krebsmedikament Sevabertinib eine beschleunigte Zulassung.
Das Präparat kommt als Erstlinienbehandlung für erwachsene Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-plattenepithelialem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs zum Einsatz, sofern aktivierende HER2/ERBB2-TKD-Mutationen vorliegen.
Flankiert wird die Entwicklung durch eine weitere Entscheidung der US-Behörde für das Nierenpräparat Finerenon, das unter dem Handelsnamen Kerendia vertrieben wird. Die FDA genehmigte die zusätzliche Indikation für chronische Nierenerkrankungen in Verbindung mit Typ-1-Diabetes.
An der Börse reagierten die Marktteilnehmer zurückhaltend auf die anstehende Gerichtsentscheidung. Die Bayer-Aktie notiert vorbörslich bei 49,02 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn der Aktie damit auf 32 Prozent.
Bis zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro verbleibt ein Abstand von 9,0 Prozent. Solange das Gericht in Missouri sein Urteil nicht gefällt hat, bleibt der Ausgang der Einigung der bestimmende Unsicherheitsfaktor für Investoren.
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