Es ist die Akte, die nicht verschwindet. Bayer und der Roundup-Streit, das ist eine Geschichte, die den Konzern seit der Monsanto-Übernahme 2018 verfolgt wie ein Schatten. Nun hat Bayer ein Gericht im US-Bundesstaat Missouri gebeten, eine Anhörung zu verschieben, bei der ein vorgeschlagener Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar geprüft werden sollte.
Nur ein kurzer Aufschub?
Bayer nennt es eine „kurze Verschiebung“. Klingt nach Kleinigkeit. Ist es aber nicht, denn jede Verzögerung bei diesem Vergleich bedeutet, dass die Unsicherheit über den endgültigen Ausgang dieser Klagewelle weiter bestehen bleibt. Im Kern geht es um Tausende Klagen von Menschen, die behaupten, der Unkrautvernichter Roundup habe bei ihnen Krebs verursacht. Bayer bestreitet das, will den Streit aber offenkundig hinter sich bringen.
7,25 Milliarden und kein Ende in Sicht
Die Summe ist happig. 7,25 Milliarden Dollar sind kein Pappenstiel, auch nicht für einen Konzern mit einer Marktkapitalisierung von rund 48 Milliarden US-Dollar. Und ob das Gericht in Missouri dem Vergleich letztlich zustimmt, steht noch aus. Erst muss die Anhörung stattfinden, dann folgt die Prüfung. Bayer hat also noch nichts in trockenen Tüchern.
YTD plus 30 Prozent, aber die Altlast bleibt
Die Aktie hat sich in diesem Jahr ordentlich erholt, rund 30 Prozent im Plus seit Jahresbeginn. Das zeigt, dass der Markt zumindest auf eine Lösung hofft. Doch solange das Gericht nicht grünes Licht gibt, bleibt dieser Vergleich das, was er immer war: eine offene Rechnung. Und offene Rechnungen haben die unangenehme Eigenschaft, am Ende höher auszufallen als geplant.
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