Am Dienstag hat im US-Bundesstaat Missouri ein neuer Prozess zu angeblichen Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup begonnen. Das Verfahren gilt als richtungweisender Testlauf für das Unternehmen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters könnte der Ausgang einen Hinweis darauf geben, wie Geschworene und Gerichte künftig mit weiteren Klagen umgehen. Bayer bestreitet die Vorwürfe weiterhin.
An den Finanzmärkten sorgte der Prozessauftakt für Zurückhaltung. Am Freitag ging die Bayer-Aktie bei 45,02 Euro aus dem Handel. Über die vergangenen sieben Tage verlor das Papier 10 Prozent. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel dennoch ein Plus von 22 Prozent.
Die juristischen Auseinandersetzungen um Glyphosat belasten den Konzern seit Jahren. Anleger verfolgen die Verhandlungen in den USA deshalb mit großer Aufmerksamkeit. Jedes Urteil kann die künftigen finanziellen Verpflichtungen maßgeblich beeinflussen.
Operative Impulse aus der Pharmasparte
Parallel zu den Rechtsrisiken meldete Bayer Fortschritte in der Medikamentenentwicklung. Am Montag teilte der Konzern mit, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA den Wirkstoff Lynkuet zur vorrangigen Prüfung angenommen hat. Die zusätzliche Indikation betrifft vasomotorische Symptome bei Frauen unter endokriner Therapie gegen HR-positiven Brustkrebs.
Gleichzeitig behauptete sich das Unternehmen an einer weiteren juristischen Front. Ein US-Bundesrichter wies Anträge von Pfizer, BioNTech und Moderna ab, von Bayers Monsanto-Einheit eingereichte mRNA-Patentklagen abzuweisen. Damit gehen diese Patentverfahren in den Vereinigten Staaten regulär weiter.
Großinvestition in den USA und Standortanpassungen
Für langfristiges Wachstum soll der Ausbau der weltweiten Produktionskapazitäten sorgen. Bayer kündigte eine Investition von 2,2 Milliarden US-Dollar in einen neuen Pharma-Produktionsstandort in New Albany im Bundesstaat Ohio an. Das Unternehmen rechnet dort mit rund 600 dauerhaften Arbeitsplätzen und weiteren 1.500 temporären Stellen für den Bau.
Mit diesem Großprojekt stärkt Bayer seine pharmazeutische Präsenz auf dem wichtigen US-Markt. Das Vorhaben verdeutlicht die langfristige Ausrichtung der Sparte, bindet zugleich aber erhebliche Mittel. Zudem stellte sich das Unternehmen personell neu auf: Dr. Christoph Koenen übernahm die Funktion des Chief Medical Officer.
Bis die neue Anlage in Ohio voll betriebsbereit ist, greift ein gestaffelter Zeitplan. Die Wirkstoffproduktion soll nach Unternehmensangaben 2031 anlaufen, während die Fertigarzneimittelherstellung für 2034 vorgesehen ist. Am deutschen Standort Bergkamen nimmt Bayer ab dem 5. Oktober das bisherige Vorklärbecken der Kläranlage außer Betrieb, wobei die Arbeiten voraussichtlich mehrere Wochen dauern können.
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