Bayer treibt seine Pharma-Pipeline mit einem neuen Wirkstoffkandidaten voran. Der Konzern hat am vergangenen Mittwoch eine Phase-II-Studie mit einem GIRK4-Inhibitor gestartet, der bei Patienten mit Vorhofflimmern geprüft wird. Für Anleger ist das ein Signal, dass Bayer sein Pharmageschäft trotz der Milliardenlast aus den Roundup-Klagen weiter ausbaut.
Vorhofflimmern zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen und gilt als bedeutender Markt für neue Therapieansätze. Mit dem GIRK4-Inhibitor testet Bayer einen Wirkmechanismus, der über bestehende Behandlungsoptionen hinausgeht. Konkrete Studiendaten liegen naturgemäß noch nicht vor, doch der Studienstart selbst zeigt, dass der Konzern seine Forschungspipeline über die bereits bekannten Programme hinaus erweitert.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial
Parallel zur Pipeline-Nachricht hatten mehrere Analysehäuser zuletzt ihre Einschätzungen zu Bayer aktualisiert. Barclays hob das Kursziel am Dienstag vergangener Woche von 60 auf 70 Euro an und bestätigte die Einstufung Overweight, begründet mit einer grundsätzlichen Neubewertung der Aktie.
Die Deutsche Bank bestätigte am Donnerstag ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 60 Euro und verwies dabei auf die von der Crop-Science-Sparte bestätigten Fünfjahresziele.
Die Bandbreite der Kursziele – von 60 bis 70 Euro – liegt damit spürbar über dem aktuellen Kursniveau. Am Freitag schloss die Bayer-Aktie bei 48,19 Euro und büßte auf Tagessicht 0,6 Prozent ein. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 75 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich der Kursgewinn auf 30 Prozent.
Diversifizierte Nachrichtenlage als Stützpfeiler
Die Aktie notiert derzeit rund 11 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde. Gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt von 42,13 Euro liegt der Kurs hingegen deutlich im Plus, was auf einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend hindeutet. Der RSI von 47,4 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.
Für Bayer-Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Auf der einen Seite steht die juristische Altlast aus den USA, auf der anderen Seite eine Pharma- und Agrarpipeline, die zunehmend Fortschritte zeigt. Der Studienstart zum GIRK4-Inhibitor reiht sich in eine Serie von Nachrichten ein, die Bayer über die Rechtsstreitigkeiten hinaus als forschendes Unternehmen positionieren.
Für die kommenden Quartale dürfte entscheidend sein, ob sich diese Fortschritte auch in konkreten Studienergebnissen niederschlagen – erst dann lässt sich beurteilen, ob die optimistischen Kursziele der Analysten tragfähig sind.
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