Am Dienstagmorgen legt Bayer seine Quartalszahlen vor, und wer auf eine Überraschung hofft, dürfte enttäuscht werden. Die Analysten haben die Lage schon durchgerechnet: Der Konsens erwartet beim Konzernumsatz ein Minus von rund 2 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA soll auf knapp 3,9 Milliarden Euro fallen. Solide, ja, aber eben nicht mehr.
Pharma zieht nach unten
Das eigentliche Problem sitzt im Pharmasektor. Dort rechnen Analysten mit 5 Prozent weniger Umsatz und, das ist der härtere Treffer, 16 Prozent weniger bereinigtem EBITDA. Von 1,34 Milliarden auf gut 1,1 Milliarden Euro. Das ist kein kleines Minus, das ist ein satter Rückgang in einem Segment, das eigentlich die Marge tragen soll.
Negative Wechselkurseffekte machen die Sache nicht besser. Der Euro hat gegenüber dem Dollar zugelegt, Bayer schätzt, dass das die Einnahmen im Gesamtjahr um rund 1,3 Milliarden Euro schmälert und das bereinigte EBITDA um 0,5 Milliarden.
Bayer AG Aktie Chart
Crop Science hält dagegen
Auf der anderen Seite steht das Agrargeschäft. Beim Umsatz erwartet der Konsens praktisch eine Nullrunde, rund 7,58 Milliarden Euro, aber beim bereinigten EBITDA soll Crop Science mit gut 2,6 Milliarden Euro rund 2 Prozent mehr liefern als im Vorjahresquartal. Ausgleichen kann das die Pharmaschwäche nicht, aber immerhin dämpft es den Absturz.
Die eigentliche Frage heißt Glyphosat
Zahlen hin oder her, für viele Investoren dreht sich die Bayer-Geschichte seit Jahren um ein einziges Thema: die Glyphosat-Klagen. Bayer hat einen Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Bis Anfang Juni müssen die Kläger in den USA entscheiden, ob sie mitmachen oder ihr Verfahren individuell weiterführen. Machen zu wenige mit, kann auch Bayer den Vergleich platzen lassen.
Dazu kommt im Juni ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA zur Frage der sogenannten
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