Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von Bayer hat einen desaströsen Start in den Oktober genommen. Anfang vergangener Woche noch mit 51,00 Euro bewertet, rutschten die Papiere der Leverkusener im Xetra-Handel bereits bis zur Wochenmitte auf 47,95 Euro – nur um am Donnerstag und Freitag noch weiter abzugeben. 44,60 Euro standen vor dem Wochenende für die Bayer-Aktie zeitweilig noch zu Buche, ein Abschlag von gut zwölf Prozent zum Montagshoch; auch der Montag begann im MInus. Dabei waren gleich zwei Analysten zuletzt überaus optimistisch. Doch an anderer Stelle tat sich ein neues Problem für den Konzern auf.
Bayer in neuen Prozess involviert
Denn eigentlich lief es für Bayer in Sachen Glyphosat zuletzt offenabr blendend, der Supreme Court hatte dem Konzern im Sommer der Rücken gestärkt. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte mit seinem Urteil Klagen wegen des Vorwurfs unzureichender Warnhinweise vor Krebsrisiken auf den Produktetiketten von Roundup erschwert. Zudem steht Bayer mit einem Milliardenvergleich vor der Beilegung von rund 65.000 Glyphosatklagen in den USA. Doch laut eines Medienberichts droht der nächste Ärger.
In den USA habe ein neuer Prozess um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup der Bayer-Tochter Monsanto begonnen, meldete die Süddeutsche Zeitung. „Die Anwälte von drei Krebspatientinnen warfen dem Unternehmen am Dienstag vor einem Gericht im Bundesstaat Missouri vor, das Mittel vor dem Verkauf nicht ausreichend getestet zu haben.“ Bis heute habe das Unternehmen nie alle notwendigen Tests vorgenommen, vo der Vorwurf.
War Glyphosat zu gefährlich für den Verkauf?
- „Der Prozess gilt als wichtiger Testfall, da er sich auf eine neue juristische Argumentation stützt“, so der Bericht
- Bayer weise die Vorwürfe zurück, die Klägerinnen könnten „nicht beweisen, dass glyphosathaltige Mittel zu gefährlich für den Verkauf seien“
Das unselige Monsanto-Erbe lastet auf Bayer weiter wie ein Fluch – und scheint noch lange nicht ausgestanden. Die Anleger jedenfalls reagierten nach den schlechten Neuigkeiten mit Aktien-Verkäufen. Daran änderten auch zwei neue Empfehlungen von Analystenseite nichts. Ein Faktor: Die Glyphosat-Thematik wurde in den Analysen mit keinem Wort erwähnt.
Zwei hohe Kursziele für Bayer-Aktie bestätigt
Da wäre zum einen Virginie Boucher-Ferte von Deutsche Bank Research: Sie hatte die Einstufung für Bayer am Dienstag vergangener Woche mit einem Kursziel von 60 Euro auf „Buy“ belassen. Die Analystin rechnet für das dritte Quartal mit einem operativen Umsatzwachstum von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie sie laut finanzen.net in ihrem Ausblick auf den Bericht am 3. November schrieb. Das operative Ergebnis dürfte allerdings um 10 Prozent zurückgegangen sein, aufgrund günstiger Sondereinflüsse im Agrargeschäft im Vorjahr, hieß es.
Noch etwas zuversichtlicher zeigte sich die US-Bank JPMorgan am 1. Oktober: Die frühen Markterwartungen an das dritte Quartal seien wohl zu hoch, schrieb Analyst Richard Vosser in seinem Ausblick auf den Bericht am 3. November zwar. Die Ursache sieht er allerdings eher zeitbedingt im Agrarbereich, sodass sich an den Schätzungen für das Gesamtjahr kaum etwas ändern dürfte. Die Folge: Vosser hat die Einstufung für die Bayer-Aktie mit einem Kursziel von 61 Euro auf „Overweight“ belassen, erwartet somit ein mittelfristiges Kursplus von rund 35 Prozent.
Nur einer würde Bayer-Aktie abstoßen
Nur leicht darunter ist laut marketscreener.com der Konsens für die Papiere: Das durchschnittliche Kursziel für Bayer aus 18 Analysen liegt aktuell bei 58,22 Euro und damit etwa 30 Prozent über dem aktuellen Niveau. Entsprechend lauten die Empfehlungen:
- 13 Analysten würden demnach Bayer aktuell kaufen
- Vier raten im Moment zum Halten der Papiere
- Demgegenüber steht lediglich eine Verkaufsempfehlung
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