Bayer hat binnen wenigen Tagen mehrere regulatorische Etappen erreicht. Die jüngste betrifft China: Die nationale Arzneimittelbehörde NMPA nahm den Zulassungsantrag für Aflibercept 8 mg bei Makulaödem nach retinalem Venenverschluss zur Prüfung an. Der Konzern stützt den Antrag auf Daten aus dem Phase-III-Programm QUASAR.
Parallel dazu meldete Bayer am Montag vergangener Woche die japanische Zulassung von Hyrnuo zur Behandlung von nicht resezierbarem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit HER2-Mutation. Beide Nachrichten fallen in eine Phase, in der der Konzern seine Pipeline in der Onkologie und der Ophthalmologie sichtbar vorantreibt – ein Kontrast zu den Belastungen aus den laufenden Rechtsstreitigkeiten in den USA.
Blick nach München: ESC-Kongress mit neuen Studiendaten
Für Anleger dürfte der kommende ESC-Kongress in München von Bedeutung sein. Bayer kündigte an, dort vom 28. bis 31. August neue Phase-III-Daten aus seinen kardiovaskulären, Nieren- und Sekundärpräventions-Programmen zu präsentieren. Der Termin rückt damit in den Fokus, weil er unmittelbar zeigen dürfte, wie belastbar die Studienlage in einem für Bayer strategisch wichtigen Feld ist.
Glyphosat-Anhörung bleibt Unsicherheitsfaktor
Auf der Risikoseite steht weiterhin der Rechtsstreit um Glyphosat. Ein US-Gericht hatte die Anhörung zur Vergleichsregelung auf den 14. September verschoben, wie Reuters berichtete. Der Termin bleibt damit ein zentraler Fixpunkt für die weitere Kursentwicklung, da er über die finanzielle Belastung aus den Altlasten des Monsanto-Erbes mitentscheidet.
Operative Umsetzung und Schuldenabbau im Vordergrund
Nach den Halbjahreszahlen richtet sich der Fokus des Konzerns laut Marktberichten auf Schuldenabbau und operative Umsetzung. Die Nachrichtenlage der vergangenen Wochen – von den Zulassungserfolgen in Japan und China bis zum anstehenden Kongressauftritt – liefert Argumente dafür, dass diese operative Linie tatsächlich Substanz hat.
Kursverlauf spiegelt verhaltenen Optimismus
Die Aktie notiert aktuell bei 48,82 Euro und damit rund 2,2 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 47,75 Euro – ein Zeichen, dass der mittelfristige Aufwärtstrend intakt bleibt.
Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht am 3. Juli, fehlen dem Papier noch 9,4 Prozent. Der Abstand zum Jahrestief von November vergangenen Jahres liegt hingegen bei satten 89 Prozent – ein Ausdruck der massiven Erholung, die Bayer seit dem Tiefpunkt vollzogen hat.
Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Auf der einen Seite stehen mehrere bestätigte regulatorische Fortschritte in Asien und ein Kongressauftritt mit neuen klinischen Daten, auf der anderen Seite der ungelöste Rechtsstreit in den USA, dessen nächster Termin erst Mitte September fällt. Bis dahin dürfte der Kurs vor allem auf die Substanz der Pipeline-Nachrichten reagieren.
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