Während der Rechtsstreit um Roundup weiter im Fokus der Anleger steht, liefert Bayer auf der Pharmaseite handfeste Fortschritte. Gleich zwei Meldungen aus dem August unterstreichen, dass das Unternehmen abseits der juristischen Dauerbaustelle operativ vorankommt.
Zulassung in Japan als Wachstumssignal
Das japanische Gesundheitsministerium erteilte dem Lungenkrebsmedikament Sevabertinib unter dem Markennamen Hyrnuo die Marktzulassung. Der Wirkstoff kann dort künftig bei Patienten mit HER2-mutiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs in allen Therapielinien eingesetzt werden – unabhängig von einer vorherigen Behandlung. Damit steht in Japan erstmals eine zielgerichtete Therapie für diese Patientengruppe zur Verfügung, die bislang auf weniger spezifische Ansätze angewiesen war.
Für Bayer ist das ein weiterer Baustein im Ausbau der Onkologie-Sparte, die neben den etablierten Blockbustern zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Kerendia liefert Wachstumszahlen
Noch deutlicher wird die Dynamik bei Kerendia. Auf einem Kardiologie-Kongress in München präsentierte Bayer Ende August Subgruppendaten der Phase-III-Studie FIND-CKD, die zeigen, dass der Wirkstoff Finerenon zusätzlich zur Standardtherapie den Rückgang der Nierenfunktion bei Patienten mit hypertensiver Nephropathie gegenüber Placebo verlangsamt.
Unternehmensangaben zufolge wuchsen die Erlöse mit Kerendia im ersten Halbjahr 2026 im Jahresvergleich um 75 Prozent auf 603 Millionen Euro – ein Tempo, das den Wirkstoff zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber im Pharmageschäft macht.
Diese Zahlen fügen sich in ein Quartalsbild, das Bayer Anfang August vorgelegt hatte: Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 stieg um 1,2 Prozent auf 10,87 Milliarden Euro, währungs- und portfoliobereinigt legte das Geschäft um 2,2 Prozent zu.
Das Unternehmen bestätigte damals die Jahresprognose mit einem bereinigten EBITDA von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro und einem Kernergebnis je Aktie von 4,30 bis 4,90 Euro.
Kurs bewegt sich seitwärts
An der Börse hat sich diese operative Substanz zuletzt nicht in größeren Ausschlägen niedergeschlagen. Die Aktie notiert aktuell bei 48,81 Euro und damit nahezu unverändert gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag bei 48,84 Euro.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 1,9 Prozent zu Buche, der Titel bewegt sich damit weiterhin in der Nähe seines 50-Tage-Durchschnitts von 48,73 Euro – ein Zeichen dafür, dass der Markt die Pharma-Fortschritte derzeit eher nüchtern zur Kenntnis nimmt.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 32 Prozent zu Buche, getragen vor allem von der Erholung seit dem 52-Wochen-Tief bei 25,78 Euro im November. Der Blick der Anleger richtet sich unterdessen weiter auf die für den 14. September angesetzte Anhörung zum Glyphosat-Vergleich – die Pharma-Meldungen liefern aber schon jetzt einen Hinweis darauf, dass Bayer auch jenseits der Rechtsstreitigkeiten an Substanz gewinnt.
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