Bayer weitet das Einsatzgebiet seines Nieren-Medikaments Kerendia aus. Der Konzern hat in China einen Zulassungsantrag gestellt, der eine ganz neue Patientengruppe erschließen soll. Die Börse reagiert am Donnerstag mit deutlichen Kursgewinnen.
Die Bayer-Aktie steigt um 1,77 Prozent auf 48,30 Euro. Damit liegt das Papier zwar noch gut zehn Prozent unter seinem Jahreshoch von 53,86 Euro aus dem Juli. Seit Jahresbeginn hat die Aktie aber bereits 30,51 Prozent zugelegt.
China-Antrag zielt auf neue Patientengruppe
Bayer hat bei der chinesischen Arzneimittelbehörde NMPA einen Antrag eingereicht. Der Konzern will die Zulassung seines Wirkstoffs Finerenon erweitern. Ziel ist die Behandlung von Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung, die nicht durch Diabetes verursacht wird.
Das ist neu für Bayer. Bislang ist Finerenon unter den Namen Kerendia und Firialta in mehr als 100 Ländern zugelassen – aber nur für Patienten mit Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes sowie für bestimmte Formen der Herzinsuffizienz. Die beantragte Indikation würde das Einsatzspektrum erheblich vergrößern.
Fünfte positive Phase-3-Studie
Grundlage des Antrags ist die Phase-3-Studie FIND-CKD. Die Ergebnisse wurden auf dem ERA-Kongress 2026 vorgestellt und im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
Laut Bayer verringerte Finerenon gegenüber Placebo das Fortschreiten der Nierenerkrankung deutlich. Auch kardiovaskuläre und renale Ereignisse traten signifikant seltener auf. Nach Angaben des Unternehmens ist FIND-CKD die bisher größte Phase-3-Studie zu nicht-diabetisch bedingter Nierenerkrankung. Sie ist zugleich die fünfte abgeschlossene Phase-3-Studie mit positiven Ergebnissen für den Wirkstoff.
Diese Serie zeigt, wie stark Bayer auf das Finerenon-Geschäft setzt.
Ein Markt mit 850 Millionen Betroffenen
Der potenzielle Markt ist riesig. Weltweit leben rund 850 Millionen Menschen mit chronischer Nierenerkrankung. Bei mehr als der Hälfte von ihnen ist die Ursache keine Diabetes-Erkrankung.
Für diese Patienten bleibt trotz Standardtherapie ein hohes Risiko bestehen. Bayer beziffert die Gefahr für Nierenversagen und kardiovaskuläre Ereignisse bei fortgeschrittener Erkrankung als 2,6-mal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Genau hier will Finerenon ansetzen.
Der neue Antrag reiht sich in eine Serie regulatorischer Fortschritte bei Kerendia ein. Bayer richtet sein Pharmageschäft damit nach Jahren voller Rechtsstreitigkeiten wieder stärker auf Wachstum aus. Eine Entscheidung der chinesischen Behörde wird in den kommenden Monaten erwartet – ein positiver Bescheid würde das Umsatzpotenzial des Medikaments spürbar erhöhen.
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