Bayer-Aktie: Die große Unsicherheit!

Die Aktie von Bayer legt nach Korrektur aktuell wieder zu, die Prognosen sind ambitioniert. Doch der Konzern wartet weiterhin auf den Befreiungsschlag bei den Glyphosat-Klagen.

Auf einen Blick:
  • Die Bayer-Aktie erholt sich im Moment wieder etwas
  • Analysten hatten den Kauf der Papiere zuletzt empfohlen
  • Doch die Glyphosat-Problematik ist nicht ausgestanden

Die Aktie von Bayer war im Oktober ganz schön unter Druck geraten. Ende September noch mit mehr als 50 Euro bewertet, waren die Papiere des Pharma- und Agrarkonzerns im Xetra-Handel vor dem Wochenende bis auf 42,56 Euro zurückgefallen. Doch seitdem hat sich der Wind gedreht, nach einem weiteren Aufschlag von aktuell gut zwei Prozent notiert die Bayer-Aktie bei 44,78 Euro. Für einen echten Befreiungsschlag allerdings reicht es im Moment nicht, trotz zuletzt gegebener Kaufempfehlungen von Analystenseite.

Bayer-Aktie mit hohen Kurszielen

So hatte sich am 1. Oktober Richard Vosser von der US-Bank JP Morgan zu Bayer gemeldet und die Einstufung für die Aktie mit einem Kursziel von 61 Euro auf „Overweight“ belassen. Die frühen Markterwartungen an das dritte Quartal seien wohl zu hoch, schrieb er in seinem Ausblick auf den am 3. November erwarteten Quartalsbericht. Die Ursache sehe er allerdings „eher zeitbedingt im Agrarbereich, sodass sich an den Schätzungen für das Gesamtjahr kaum etwas ändern dürfte“.

Auch andere hatten sich zuvor positiv geäußert. Nachfolgend ein Überblick von finanzen.net aus dem September mit ähnlich hohen Prognosen für die Bayer-Aktie – oder sogar deutlich darüber:

  • Deutsche Bank: 60,00 Euro, +34,02%
  • Barclays: 70,00 Euro, +56,35%
  • UBS: 62,00 Euro, +38,19%

Die britische Barclays hatte das Kursziel für Bayer gar von 60 auf 70 Euro angehoben. Analyst James Gordon setze bei Bayer „auf das Neubewertungspotenzial nach dem Ende der Glyphosat-Problematik“.

Bayer in Sachen Glyphosat im Wartestand

Doch genau darin liegt das eigentliche Problem. Zwar hatte der US-Supreme Court Bayer im Sommer den Rücken gestärkt, was den Vorwurf unzureichender Warnhinweise vor Krebsrisiken auf den Produktetiketten von Roundup betrifft. Ein angestrebter Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar mit Geschädigten wartet aber weiter auf die Zustimmung des zuständigen Gerichts. Mehr noch: Unterdessen begann um den glyphosathaltigen Unkrautvernichter in den USA gar ein neuer Prozess.

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