Einmal mehr rief die Deutsche Umwelthilfe in diesem Jahr zu Abstimmung zum „Goldenen Geier“ auf und konnte dafür 23.870 Menschen erreichen. Auf den ersten Platz schaffte es der Chemiegigant Bayer, dem damit eine zweifelhafte Ehre zuteil wird. Das Werben für Klima- und Artenschutz wird als „dreisteste Umweltlüge“ bezeichnet, da der Kontern gleichzeitig weltweit nachweislich hochgiftige Pestizide vertreibe, welche Fauna, Böden und Gewässer schädigen.
Die Auszeichnung hat für Bayer erst einmal keine weiteren Konsequenzen, vielleicht abgesehen vom Imageverlust. Anders sieht das schon bei einer Klage aus, welche die Deutsche Umwelthilfe parallel dazu vor dem Landgericht Köln einreichte. Jene beschäftigt sich mit den Klimazielen von Bayer.
Bayer bleibt vage
Bayer wirbt selbst damit, ab 2050 das Netto-Null-Emissionen-Ziel erreichen zu wollen, im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zu sein und sich dafür einzusetzen, die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Den Klägern fehlt es allerdings an Details dazu, wie dies nach 2030 konkret realisiert werden soll.
Außerdem wird moniert, dass in der Webdung ein Hinweis darauf fehle, dass Bayer seine CO2-Neutralität nicht allein durch eigene Einsparungen, sondern auch den Zukauf von CO2-Zertifikaten zu erreichen gedenkt. Den Verbrauchern wird so letztlich suggeriert, dass Bayer seine Emissionen auf Null reduzieren will, obschon davon keine Rede sein kann.
Alles nichts Neues
Bayer AG Aktie Chart
Nach einer Beschwere hatte Bayer bereits Hinweise überarbeitet, aber noch keine Erklärung abgegeben, ähnliches Vorgehen in der Zukunft zu unterlassen, berichten die „Bienen Nachrichten“. Ganz neu ist die Angelegenheit also nicht. Für die Anleger sind entsprechende Klagen und Beschwerden ebenfalls ein alter Hut. Die Aufmerksamkeit an der Börse richtet sich auf das Thema Glyphosat, wo es zumindest die Hoffnung auf ein (glimpfliches) Ende in nicht allzu ferner Zukunft gibt.
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