Bayer Aktie: Goldman hebt Kursziel auf 63,50 Euro

Bayer überzeugt mit soliden Q2-Zahlen und gesenkter Schuldenprognose. Analysten von Goldman Sachs und JPMorgan heben ihre Kursziele an, während der Glyphosat-Vergleich Fortschritte macht.

Auf einen Blick:
  • Goldman Sachs erhöht Kursziel auf 63,50 Euro
  • JPMorgan bestätigt Overweight mit 50 Euro
  • Umsatz steigt um 2,2 Prozent auf 10,872 Mrd. Euro
  • Schuldenprognose auf 29-30 Mrd. Euro gesenkt

Goldman Sachs hat seine Einschätzung zu Bayer nach der jüngsten Berichtssaison verschärft: Analyst James Quigley hob das Kursziel für die Leverkusener am Mittwoch von 62,50 auf 63,50 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. Die Finanzentwicklung des Konzerns bleibe stark, so die Begründung. Der Weg zum neuen Kursziel führe über ein robustes Pharma-Geschäft, eine vollständige Klärung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten und – mittel- bis langfristig – über den möglichen Wegfall des Konglomeratsabschlags in einem Aufspaltungsszenario.

Auch JPMorgan äußerte sich zuversichtlich: Analyst Richard Vosser beließ seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 50 Euro und verwies auf starke Ergebnisse sowie den bestätigten Ausblick, die für leicht steigende Markterwartungen an das Gesamtjahr sprächen. Insgesamt hoben in derselben Woche drei renommierte Häuser ihre Kursziele für Bayer an – ein Signal, dass die Wall Street die operative Erholung des Konzerns zunehmend goutiert.

Zahlen liefern das Fundament, Guidance wird konkreter

Grundlage der Analystenreaktionen sind die Quartalszahlen vom vergangenen Donnerstag, die seither für einen Kursanstieg von 1,1 Prozent gesorgt haben. Bayer steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen wuchs um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro. Das Core-Ergebnis je Aktie fiel dagegen um 16,7 Prozent auf 0,95 Euro, weil höhere Zahlungen zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten den freien Cashflow ins Minus drückten. Der Nettogewinn verbesserte sich jedoch deutlich auf 219 Millionen Euro nach einem Verlust im Vorjahresquartal.

Bayer bestätigte zugleich die währungsbereinigte Konzern-Guidance für 2026 und senkte die Prognose für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende auf 29 bis 30 Milliarden Euro, nachdem zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro veranschlagt waren. Zu aktuellen Wechselkursen rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 44,7 und 46,7 Milliarden Euro sowie einem Core-Gewinn je Aktie von 4,20 bis 4,70 Euro. Vorstandschef Bill Anderson erklärte, operativ liege man voll auf Kurs, um den Jahresausblick zu erreichen. Die Eindämmungsstrategie im Zusammenhang mit den Glyphosat-Klagen stehe insgesamt auf solidem Fundament, wichtige Meilensteine lägen noch vor dem Unternehmen.

Rückenwind aus Missouri und dem Pharma-Geschäft

Zu diesen Meilensteinen zählt die Anhörung zur endgültigen Genehmigung des milliardenschweren Roundup-Sammelvergleichs, die ein Gericht in Missouri vor gut einer Woche vom 19. August auf den 14. September verlegt hat – die Aktie hat sich seither spürbar erholt. Die zusätzliche Zeit soll den Parteien helfen, Anträge auf Widerruf von Ausstiegserklärungen zu bearbeiten, deren Zahl nach einem für Bayer günstigen Urteil des US Supreme Court im Fall Durnell zugenommen hatte. Der Vergleich sieht bei Genehmigung gestaffelte, gedeckelte Zahlungen von insgesamt bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über bis zu 21 Jahre vor.

Operativ lieferte die Sparte Crop Science die stärksten Impulse: Der Umsatz wuchs währungs- und portfolioadjustiert um 3,5 Prozent, getrieben von einem Plus von 16,9 Prozent bei Soja-Saatgut und einem Sprung von 69,2 Prozent beim Baumwollsaatgut nach der Wiederzulassung des Dicamba-Labels in den USA. Die Pharmasparte wuchs moderat um 0,8 Prozent, während das EBITDA hier leicht zurückging. Ende Juli reichte Bayer zudem den Zulassungsantrag für eine weitere Indikation seines Präparats Kerendia in China ein – ein Baustein der Pharma-Pipeline neben den laufenden Studien.

Die gesunkene Verschuldungsprognose hängt eng mit einer Transaktion vom 10. Juli zusammen: Bayer hatte dem Finanzinvestor Apollo eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft für sein Geschäft mit reversiblen Langzeit-Verhütungsmitteln übertragen und sich dadurch 3,0 Milliarden Euro Eigenkapital gesichert. Der Konzern behält die Anteilsmehrheit und die volle operative Kontrolle, der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Kursverlauf spiegelt die Erholung

Am Freitag schloss die Bayer-Aktie bei 49,90 Euro und legte damit auf Wochensicht um 3,14 Prozent zu. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, das die Aktie Anfang Juli erreichte, fehlen dem Papier derzeit noch 7,35 Prozent. Die jüngste Serie aus soliden Zahlen, gesenkter Verschuldungsprognose und angehobenen Kurszielen hat der Erholung von den Tiefs des vergangenen Jahres damit weiteren Schub verliehen.

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