Roundup kennt jeder. Das Herbizid hat Bayer jahrelang Milliarden eingebracht, gleichzeitig aber auch Milliarden an Prozesskosten gekostet. Nun zieht der Konzern die nächste Konsequenz: Das gesamte US-Glyphosatgeschäft wandert in eine eigenständige Gesellschaft namens Ruveon LLC, mit Sitz in St. Louis, Missouri. Bayer bleibt Eigentümer, aber Ruveon soll fortan allein das Sagen haben, wenn es um Preisgestaltung, Vertrieb, Produktion und Logistik auf dem US-Markt geht.
Kein Verkauf, aber eine klare Trennung
Wer jetzt an einen Verkauf denkt, liegt falsch. Ruveon ist kein Spin-off, der an die Börse geht, und kein Deal mit einem Finanzinvestor. Die Gesellschaft bleibt vollständig im Bayer-Konzern. Was sich ändert, ist die operative Verantwortung. Das Glyphosatgeschäft in den USA läuft in einem Markt, der von Preisdruck und chinesischer Konkurrenz geprägt ist. Bayer nennt das selbst ein „rohstoffbasiertes Marktumfeld“, das einen spezialisierten Ansatz erfordert. Ruveon soll genau das liefern.
Brian Naber, Chef von Crop Science in Nordamerika und Australien/Neuseeland, formulierte es so: „Die Gründung von Ruveon ist ein Zeichen unseres anhaltenden Engagements im Glyphosatmarkt.“
Ein Mann mit drei Jahrzehnten Erfahrung
An die Spitze von Ruveon tritt Alfonso Alba Ordóñez, der mehr als 30 Jahre Führungserfahrung bei Bayer in der globalen Agrarindustrie mitbringt. Er war in Europa, Südamerika, Nordamerika und China tätig. Steve Knodle, mit über 28 Jahren Branchenerfahrung, übernimmt als Executive Vice President den kommerziellen Bereich und damit die Vertriebsteams für Agrar, Industrie, Rasen und Zierpflanzen.
Bayer AG Aktie Chart
Fünf-Jahres-Plan als roter Faden
Die Ausgliederung ist kein spontaner Schritt. Sie ist Teil des bereits angekündigten Fünf-Jahres-Rahmenprogramms der Crop-Science-Sparte, mit dem Bayer Wachstum, Widerstandsfähigkeit und Profitabilität im Pflanzenschutzgeschäft stärken will. Der Konzern beschäftigte zuletzt rund 88.000 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von 45,6 Milliarden Euro.
Die Bayer-Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen gut 41 Prozent zugelegt. Ob Ruveon dazu beigetragen hat oder ob ganz andere Faktoren die Kurserholung treiben, wird sich spätestens am 30. September zeigen, wenn Bayer die nächsten Quartalszahlen vorlegt.
Bayer AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer AG-Analyse vom 02. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Bayer AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
