Für Bayer ging es zuletzt nicht mehr richtig voran. Die Aktie verlor am Donnerstag noch -1,94 % und kommt jetzt auf einen Kurs in Höhe von knapp 48,00 Euro. Damit gelingt es der Aktie derzeit nicht, sich nachhaltig über die Marke von 50 Euro zu schieben.
Am übergeordneten Aufwärtstrend ändert das zunächst wenig. Der GD200 ist inzwischen um rund 21 % überwunden. Damit bleibt das technische Bild grundsätzlich positiv. Für einen weiteren Durchbruch reichen derzeit allerdings auch die optimistischen Einschätzungen der Analysten nicht aus. Im Durchschnitt trauen diese der Aktie Kurse von mehr als 55 Euro zu. An der Börse schlägt sich dieser Optimismus bislang nicht entsprechend nieder.
Bayer AG Aktie Chart
Glyphosat bleibt das beherrschende Thema
Ein Grund für die Zurückhaltung dürfte weiterhin die Unsicherheit um die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten sein. Die Entscheidung über den sogenannten Roundup-Vergleich wurde verschoben. Bayer muss nun bis in den September hinein warten, bevor über die rund 7,25 Milliarden Dollar schwere Vergleichsvereinbarung entschieden wird.
Damit bleibt ein wesentlicher Belastungsfaktor zunächst bestehen. Für die Börse bedeutet dies noch einmal gut einen Monat Unsicherheit. Eine endgültige Entlastung beim Glyphosat-Komplex ist damit vorerst nicht erreicht.
Trotzdem hält sich die Aktie vergleichsweise gut. Dazu haben auch die jüngsten Quartalszahlen beigetragen. Bayer kam insgesamt ordentlich durch das vergangene Quartal. Der Umsatz legte um 2,2 % zu. Noch wichtiger für die Bewertung des Konzerns ist allerdings die Entwicklung der Verschuldung.
Bayer senkt die Schuldenprognose deutlich
Bayer erwartet für das Gesamtjahr inzwischen Nettofinanzschulden von 29 bis 30 Milliarden Euro. Zuvor hatte das Unternehmen noch mit 32 bis 33 Milliarden Euro gerechnet. Die Prognose wurde damit um jeweils rund 3 Milliarden Euro nach unten korrigiert.
Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Transaktion mit Apollo, durch die Bayer rund 3 Milliarden Euro erlösen konnte. Der Schuldenabbau nimmt damit deutlich mehr Fahrt auf als bislang erwartet. Für einen Konzern, dessen hohe Verschuldung seit Jahren zu den zentralen Kritikpunkten der Anleger zählt, ist dies ein wichtiges Signal.
Die Börse befindet sich bei Bayer deshalb derzeit in einer ungewöhnlichen Situation. Operativ haben die jüngsten Zahlen den Aufwärtstrend eher gestützt, die Schuldenperspektive hat sich verbessert und auch die Analysten sehen weiteres Kurspotenzial. Gleichzeitig verhindert die weiterhin offene Glyphosat-Frage, dass die Aktie die Marke von 50 Euro überzeugend hinter sich lassen kann. Analysten sind hier allerdings komplett anderer Meinung als der Markt: Hier werden gerade die Kursziele nach oben geschraubt.
Wie groß das theoretische Potenzial noch sein könnte, zeigt die jüngste Einschätzung von Goldman Sachs. Die Investmentbank hat ihr Kursziel auf 63,50 Euro angehoben. Gegenüber Notierungen von rund 48 bis 49 Euro entspricht dies einem möglichen Kursanstieg von etwa 30 %.
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