Der große Run auf die Aktie von Bayer nach dem Erfolg vor dem des obersten US-Gerichtshofs bezüglich Glyphosat sowie einer angekündigten Neustrukturierung des Unternehmens scheint erst einmal vorbei. Bis auf 53,92 Euro waren die Papiere der Leverkusener am 3. Juli gestiegen, zugleich ein Mehrjahreshoch, doch vor dem Wochenende wurden zum Börsenschluss noch knapp über 50 Euro aufgerufen. Eine von Roundup & Co unabhängige Nachricht hatte keine Wirkung auf die Bayer-Aktie. Überraschend eigentlich, es geht um eine gewaltige Summe.
Apollo steigt mit 3 Millarden bei Bayer ein
Denn wie Bayer vor dem Wochenende mitgeteilt hatte, hat sich der Konzern 3,0 Milliarden Euro Eigenkapital zur Verbesserung seiner Kapitalstruktur gesichert. Das Unternehmen unterzeichnete am Freitag eine entsprechende Vereinbarung mit Apollo, einem weltweit tätigen Vermögensverwalter. Demnach erhalten von Apollo verwaltete Fonds und Tochtergesellschaften eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit reversiblen Langzeit-Kontrazeptiva (LARC) einbringt.
- „Bayer behält die Anteilsmehrheit an der Gesellschaft sowie die vollständige operative Kontrolle über das Geschäft“, so die Mitteilung
- Das Investment habe keine Auswirkungen auf die Strategie oder die Aktivitäten des LARC-Geschäfts, wie man versichert
Dieses bleibt demzufolge ein Teil des Kerngeschäfts der Division Pharmaceuticals von Bayer und wird weiterhin vollständig im Konzernabschluss konsolidiert. Der Abschluss der Transaktion wird – vorbehaltlich der Zustimmung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden und der üblichen Abschlussbedingungen – für das dritte Quartal 2026 erwartet.
Bayer steigerte „finanzielle Flexibilität“
„Diese Transaktion ist eine strategische Finanzierungslösung, die unsere Kapitalstruktur stärkt, wobei wir die volle operative Kontrolle über dieses Kerngeschäft der Division Pharmaceuticals behalten“, so Judith Hartmann, Finanzvorständin der Bayer AG. Man steigere damit die finanzielle Flexibilität angesichts des in diesem Jahr erhöhten Liquiditätsbedarfs „durch Anleihefälligkeiten und Rechtsstreitigkeiten“. Damit spielt Glyphosat bei dem Deal möglicherweise indirekt dann doch eine Rolle.
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