Bayer-Aktie: Gerichtsentscheidung über 28 Millionen!

Der Supreme Court verwies einen Einzelfall zurück; die Genehmigung von Bayers 7,25-Milliarden-Dollar-Sammelvergleich steht noch aus.

Auf einen Blick:
  • Supreme Court verweist Einzelfall zurück
  • Schadenersatzentscheidung über rund 28 Millionen Dollar
  • Genehmigung des Sammelvergleichs bleibt offen
  • Analysten sehen rechnerisch 29 Prozent Potenzial

Für Bayer geht es an der Börse weiterhin nur verhalten voran. Die Leverkusener kommen derzeit nicht richtig vom Fleck. Am Donnerstag verlor die Aktie 1,01 % und wurde bei 44,65 Euro gehandelt. Damit befindet sich das Papier weiterhin in einem klassischen Seitwärtstrend.

Auch die technischen Indikatoren liefern derzeit kaum eindeutige Signale. Die Abstände zu wichtigen Trendlinien sind gering, und Chartanalysten sehen bislang keinen Anlass, von einer größeren Kursbewegung auszugehen.

Analysten sehen hier deutlich höhere Kurse

Aus wirtschaftlicher Sicht wird Bayer allerdings deutlich optimistischer beurteilt. Analysten sehen den fairen Wert der Aktie im Durchschnitt bei rund 58 Euro. Gegenüber dem aktuellen Kursniveau ergibt sich daraus ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von etwa 29 %.

Entscheidend für die weitere Entwicklung könnte eine noch ausstehende Gerichtsentscheidung in den USA werden. Dabei geht es um die Genehmigung eines Sammelvergleichs im Umfang von 7,25 Milliarden Dollar. Mit dieser Vereinbarung möchte Bayer die langfristigen finanziellen Risiken aus den Glyphosat-Klagen begrenzen.

Sollte das zuständige Gericht in Missouri dem Vergleich zustimmen, wäre dies für den Konzern ein erheblicher juristischer Erfolg. Bislang steht die endgültige Genehmigung allerdings noch aus.

Für Aufmerksamkeit sorgte unterdessen eine andere Gerichtsentscheidung. Der Supreme Court verwies vor zwei Tagen einen Fall an eine niedrigere Instanz zurück. Dabei ging es um eine Schadenersatzentscheidung in Höhe von rund 28 Millionen Dollar in einem einzelnen Verfahren. Diese Entscheidung ist jedoch nicht mit dem wesentlich umfangreicheren Sammelvergleich gleichzusetzen. Die für Bayer besonders wichtige Frage nach der Genehmigung der Vereinbarung über 7,25 Milliarden Dollar bleibt weiterhin offen.

Die Börsen sind deshalb offenbar noch nicht bereit, der Aktie einen größeren Vertrauensvorschuss einzuräumen. Trotz der deutlich höheren Kursziele der Analysten verharrt Bayer bei rund 45 Euro.

Apple Aktie Chart

Ein weiterer wichtiger Termin steht am 3. November an. Dann wird Bayer seine nächsten Quartalszahlen präsentieren. Die Aktie wird derzeit vergleichsweise günstig bewertet. Das allein ist allerdings noch keine Gewähr für steigende Kurse.

Entscheidend dürfte sein, ob Bayer überzeugende Geschäftszahlen vorlegen kann und wie sich die noch offene juristische Frage in Missouri entwickelt.

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