Es gibt Hauptversammlungen, auf denen ein CEO die Runde dreht und Applaus einsammelt. Und es gibt Hauptversammlungen, auf denen er sagt: Wir sind auf dem richtigen Weg, aber fertig sind wir noch lange nicht. Bill Anderson hat sich am Freitag in Leverkusen für die zweite Variante entschieden. Und das war wohl die ehrlichere.
Die Zahlen stimmen, der Ton bleibt nüchtern
2025 lief besser als viele erwartet hatten. Bayer erzielte einen Umsatz von 45,6 Milliarden Euro, das Kern-Ergebnis je Aktie kam auf 4,91 Euro, der freie Cashflow lag bei 2,1 Milliarden Euro. Die Nettofinanzschulden sanken auf 29,8 Milliarden Euro. Für ein Unternehmen, das seit Jahren unter Glyphosat-Klagen, Patentausläufen und Margendruck ächzt, ist das ordentlich.
Anderson sagte demnach auch klipp und klar: Keine einzige der fünf strategischen Prioritäten ist abgehakt. Pipeline, Profitabilität in Crop Science, Litigation, Schuldenabbau, neues Betriebsmodell. Alles in Bewegung, nichts abgeschlossen.
Pharma macht Hoffnung
Der auffälligste Lichtblick ist die Pharmasparte. Nubeqa und Kerendia wuchsen zusammen um 68 Prozent und fangen die Xarelto-Abgänge zunehmend auf. Beyonttra, ein Mittel gegen eine seltene Herzerkrankung, läuft nach Andersons Worten besser an als geplant: Die Hälfte aller neu diagnostizierten Patienten in Deutschland erhält das Präparat bereits ein Jahr nach Markteinführung. Und dann ist da noch Asundexian, ein experimentelles Mittel zur Schlaganfallprävention, für das Bayer im Februar starke Studiendaten veröffentlicht hat.
Ob das reicht, um die Pharmasparte dauerhaft zu stabilisieren, wird 2026 und 2027 zeigen.
Bayer AG Aktie Chart
Glyphosat: Das Spiel läuft noch
Das Thema, das Bayer seit der Monsanto-Übernahme wie ein Schatten verfolgt, ist weiter offen. Ein Sammelklassen-Vergleich erhielt im März eine vorläufige Genehmigung, und der US Supreme Court hat Bayers Fall angenommen, mündliche Verhandlungen sind für Ende April geplant. Anderson formulierte es vorsichtig: Man bleibe auf alle Szenarien vorbereitet.
Wegen der Litigation-Zahlungen erwartet Bayer für 2026 einen negativen freien Cashflow und steigende Nettofinanzschulden. Die Minimaldividende bleibt, Anderson nannte das ausdrücklich nicht einfach, aber richtig.
Kein Triumphmarsch, aber kein Rückzug
Anderson schloss mit dem Satz, Bayer werde 2026 stärker verlassen als es 2024 war. Gemessen an dem, was noch auf der To-do-Liste steht, ist das ein ambitioniertes Versprechen. Gemessen an dem, was in den letzten zwei Jahren tatsächlich bewegt wurde, ist es zumindest nicht aus der Luft gegriffen.
29,8 Milliarden Euro Schulden. Glyphosat-Verfahren vor dem Supreme Court. Crop Science noch mitten im Umbau. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende, nicht annähernd.
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