Der FDA-Meilenstein kam zur richtigen Zeit. Bayer hat für seinen Schlaganfallwirkstoff Asundexian den Priority-Review-Status der US-Behörde erhalten — ein Signal, das Analysten zu deutlichen Hochstufungen bewogen hat. Die Aktie notiert aktuell bei 37,86 Euro, rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Asundexian: Erster seiner Art?
Die FDA hat den Zulassungsantrag für Asundexian angenommen. Das Mittel soll Sekundärschlaganfälle bei Patienten verhindern, die bereits einen ischämischen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke erlitten haben. Grundlage ist die Phase-III-Studie OCEANIC-STROKE, deren Ergebnisse im New England Journal of Medicine erschienen.
Im Erfolgsfall wäre Asundexian der erste FXIa-Inhibitor weltweit, der speziell für die Sekundärschlaganfallprävention zugelassen ist. Das Produkt Hyrnuo erhielt ebenfalls ein beschleunigtes Prüfungsverfahren. Die Pipeline gewinnt damit an Breite.
Starkes Q1, aber Schulden wachsen
Das erste Quartal 2026 lieferte solide Zahlen. Der Konzernumsatz stieg währungsbereinigt um 4,1 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte um 9,0 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich um 12,9 Prozent auf 2,71 Euro — getrieben vor allem von Crop Science.
Kehrseite: Der freie Cashflow lag bei minus 2,3 Milliarden Euro. Hauptgrund waren Zahlungen zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten rund um PCB und Glyphosat in Höhe von rund 2,0 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung stieg dadurch auf 32,5 Milliarden Euro — ein Plus von neun Prozent gegenüber Jahresende 2025.
Analysten ziehen nach
Die Kombination aus Quartalsstärke und Pipeline-Fortschritt hat Analysten überzeugt. Die DZ Bank hob den fairen Wert von 44 auf 51 Euro an und stufte die Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch. Analyst Peter Spengler verwies auf den starken Jahresstart und gesunkene Rechtsrisiken.
Barclays erhöhte sein Kursziel von 48 auf 50 Euro und hält an „Overweight“ fest. Das durchschnittliche Kursziel von 62 Analysten liegt bei 46,39 Euro — gut 22 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Prognose bestätigt, Risiken bleiben
Finanzvorstand Wolfgang Nickl bekräftigte den Jahresausblick. Auf Basis der Wechselkurse zum 31. März erwartet Bayer einen Umsatz von 44,5 bis 46,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 4,10 bis 4,60 Euro.
Das strukturelle Spannungsfeld bleibt bestehen: Auf der einen Seite eine reifende Pharma-Pipeline mit realem Zulassungspotenzial. Auf der anderen Seite Glyphosat-Verbindlichkeiten und eine Verschuldung, die den Spielraum für Investitionen begrenzt. Ob Asundexian tatsächlich die Zulassung erhält, entscheidet die FDA voraussichtlich bis Ende 2026 — das wird der nächste harte Test für die Neubewertung des Titels.
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