44,39 Euro kostete die Bayer-Aktie zum Wochenschluss, es ging leicht bergab. Die Aktie bleibt im Seitwärtstrend stecken. Ein Urteil stand noch aus, auf das der ganze Markt wartet. Es folgte das falsche Urteil: Der US Supreme Court hob ein Schadenersatzurteil über rund 28 Millionen Dollar gegen die Bayer-Tochter Monsanto auf und verwies das Verfahren zur weiteren Prüfung an die Vorinstanzen zurück.
Der Fall betrifft einen einzelnen Kläger und ist von dem geplanten umfassenderen Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar in Missouri zu unterscheiden. Der wird über die Stimmung am Markt nun bald entscheiden.
Die Entscheidung knüpft an die grundsätzliche Frage an, ob US-Bundesstaaten bei Roundup eigene Warnhinweise verlangen dürfen, obwohl die zuständige Bundesbehörde EPA diese nicht vorgeschrieben hat. Der Supreme Court hatte sich mit dieser Frage bereits im Juni befasst und in einem anderen Verfahren zugunsten von Monsanto entschieden. Die jüngste Entscheidung betrifft nur den Fall eines Klägers aus Kalifornien, dem zuvor Schadenersatz zugesprochen worden war.
Bayer: Dann kann es bergauf gehen
Für Bayer bleibt der Rechtskomplex finanziell bedeutend. Der Konzern rechnet für das laufende Jahr mit rechtsstreitbedingten Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro. Diese Mittelabflüsse belasten den freien Cashflow und schränken den finanziellen Spielraum ein. In Missouri steht außerdem die gerichtliche Entscheidung über einen geplanten Vergleich im Umfang von 7,25 Milliarden Dollar aus.
Immerhin akzeptierte die US-Arzneimittelbehörde FDA den Zulassungsantrag für Finerenon. Die UBS hält an ihrer Kaufempfehlung fest und Analysten sehen Kursziele von mehr als 58 Euro gegenüber dem Freitagskurs von 44,39 Euro.
Am 3. November veröffentlicht Bayer die nächsten Quartalszahlen. Dann wird wohl auch das richtige Urteil vorliegen.
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