Liebe Leserin, lieber Leser,
der Oktober war bislang ein schwieriger Monat für die Aktie von Bayer. Ende September noch mit fast 51 Euro gehandelt, waren die Papiere der Leverkusener zwischenzeitlich bis auf weniger als 43 Euro zurückgefallen. Doch in diese Woche startete die Bayer-Aktie mit einem kleinen Sprung: Von 43,95 Euro am Freitag zum Handelsschluss in Frankfurt ging es bis auf 45,93 Euro aufwärts, ein Plus von 4,5 Prozent. Auch wenn es seitdem wieder etwas zurückging, die Erleichterung bei den Anlegern dürfte groß sein – und auch im Management.
Bayer erhält Sunharbo-Zulassung in China
Denn Auslöser des kleinen Comebacks war eine gute Nachricht aus China: Wie Bayer am Montag mitteilte, darf der Pharmakonzern auf dem wichtigen chinesischen Markt den potenziellen Nachfolger des vormaligen Blockbusters Xarelto zur Vorbeugung sekundärer Schlaganfälle verkaufen. Die chinesische Behörde für Medizinprodukte NMPA habe den Wirkstoff Asundexian mit dem Markennamen Sunharbo zur Schlaganfallprävention bei Patienten zugelassen, die zuvor einen kardioembolischen ischämischen Schlaganfall oder eine hochrisiko-transitorische ischämische Attacke („Minischlaganfall“) erlitten haben, teilte hieß es in der Mitteilung.
- Damit sei Asundexian das erste in China zugelassene Arzneimittel der neuen Medikamentenklasse der FXIa-Hemmer
- „Die FXIa-Hemmung wirkt gezielt auf das FXIa-Protein, das an der Bildung von Blutgerinnseln beteiligt ist“, heißt es beim Handelsblatt
Bayer bekam beschleunigtes Verfahren
Bayer hatte im Mai über ein beschleunigtes Zulassungsverfahren in China berichtet. Dieses basiere „auf Ergebnissen der Oceanic-Stroke-Studie“. Asundexian reduzierte demnach in Kombination mit Mitteln zur Verhinderung des Verklumpens von Blutplättchen (Thrombozytenaggregationshemmung) das Risiko für ischämische Schlaganfälle bei Patienten mit vorherigem Schlaganfall deutlich, berichtet finanzen.net. Die Rate schwerer Blutungen sei bei Gabe des Medikaments im Vergleich zu einem Placebo nicht gestiegen.
„Mit der Zulassung erhält das Pharmageschäft einen weiteren potenziellen Wachstumstreiber, der helfen könnte, fortgesetzte Umsatzeinbrüche beim Blutgerinnungshemmer Xarelto sowie dem Augenmedikament Eylea abzufedern“, so der Bericht. Die beiden Kassenschlager litten nach Patentabläufen unter der Konkurrenz durch Nachahmer (Generika).
Bayer-Aktie springt erstmals wieder an
An der Börse kam all das gut an. Allerdings befindet sich die Bayer-Aktie noch immer im Abwärtstrend, seit Monatsanfang beläuft sich der Abschlag auf knapp zehn Prozent. Die noch immer ausstehende Entscheidung eines US-Gerichts über einen milliardenschweren Vergleich mit Klägern im Glyphosat-Rechtsstreit in den USA, drückt zweifellos auf die Stimmung. Die Analysten indes haben sich bereits vor einer Entscheidung und den am 3. November anstehenden Quartalszahlen mehrheitlich festgelegt. Nachfolgend die bisherigen Prognosen aus dem Oktober:
- JP Morgan: 61,00 Euro, +38,64%
- Jefferies: 46,00 Euro, +4,55%
- UBS: 62,00 Euro, +40,91%
Während JP Morgan und die UBS also – trotz der unklaren Lage an der Glyphosat-Front – von rund 40 Prozent Kurszuwachs ausgehen, zeigte sich das Analysehaus Jefferies zum Wochenstart, noch vor den Nachricht aus China, deutlich vorsichtiger: Michael Leuchten hat die Einstufung für Bayer nach Studiendaten zum Prostatakrebsmedikament Darolutamid plus Hormonentzugstherapie und Strahlentherapie mit einem Kursziel von 46 Euro lediglich auf „Hold“ belassen. Die gezeigte Effizienz sei vielversprechend, allerdings auch eher eine Bestätigung des Bekannten als eine Disruption, schrieb Leuchten.
Hohes Kursziel durch JP Morgan bestätigt
Ganz anders Richard Vosser von der US-Bank JP Morgan: Der Analyst wertete die Zwischenergebnisse der DASL-HiCaP-Studie mit Nubeqa bei Prostatakrebs am Sonntag positiv. Sie untermauerten seine Einschätzung, dass die Markterwartungen zu niedrig seien. „Die Ergänzung der Strahlentherapie bei Patienten mit sehr hohem Rückfallrisiko sei ein weiterer Wachstumstreiber für Nubeqa“, so seine Einschätzung. Vosser beließ die Einstufung für Bayer in der Folge mit einem Kursziel von 61 Euro auf „Overweight“.
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