Während der Rechtsstreit um den Glyphosat-Vergleich in den USA weiter auf den neuen Verhandlungstermin am 14. September zusteuert, sorgt Bayer parallel für Bewegung im Gesundheitsgeschäft. Die chinesischen Behörden haben den Zulassungsantrag für Aflibercept 8 mg zur Prüfung angenommen.
Das Präparat soll bei Makulaödemen infolge eines retinalen Venenverschlusses eingesetzt werden. Für Anleger ist das ein Signal, dass der Konzern sein Pharmageschäft trotz der juristischen Dauerbelastung durch Roundup weiterentwickelt.
Zulassungsverfahren als Nebenschauplatz mit Signalwirkung
Die Annahme eines Zulassungsantrags durch die chinesischen Behörden bedeutet noch keine Marktzulassung, markiert aber einen wichtigen formalen Schritt im Prüfprozess.
Für Bayer ist China einer der bedeutenden Wachstumsmärkte im Pharmasegment, entsprechend wird jede Bewegung in laufenden Verfahren von Investoren beachtet. Aflibercept 8 mg reiht sich in ein Portfolio ophthalmologischer Wirkstoffe ein, mit denen der Konzern in mehreren Regionen aktiv ist.
Auf der Unternehmensseite kam zudem eine Stellungnahme zur abschließenden, rechtlich nicht bindenden Position des Bundeskartellamts zur 50+1-Regel im deutschen Profifußball hinzu. Direkte Kursrelevanz hat dieses Thema für den Pharma- und Agrarkonzern kaum, es zeigt aber, dass Bayer auch auf gesellschaftspolitischen Nebenschauplätzen Position bezieht.
Der Rechtsstreit bleibt der bestimmende Faktor
Die eigentliche Belastung für die Aktie bleibt jedoch der US-Rechtsstreit. Die für heute angesetzte gerichtliche Anhörung zur endgültigen Genehmigung des 7,25 Milliarden Dollar schweren Vergleichs wurde auf gemeinsamen Antrag von Bayer und den Klägeranwälten auf den 14. September verschoben.
Medienberichten zufolge soll die gewonnene Zeit genutzt werden, um die Zahl der sogenannten Opt-out-Anträge final zu klären – also jener Kläger, die sich gegen eine Teilnahme am Sammelvergleich entscheiden. Diese Zahl gilt als entscheidend dafür, ob der Vergleich in seiner vorgesehenen Form Bestand hat.
Für die Aktie bedeutet das: Der eigentliche Belastungstest steht noch aus. Bis zum neuen Termin dürfte die Unsicherheit über den Ausgang des Verfahrens ein Belastungsfaktor bleiben, auch wenn operative Fortschritte wie die chinesische Zulassungsprüfung zeigen, dass das Geschäft jenseits der Rechtsrisiken läuft.
Kursreaktion bleibt verhalten
Am Markt zeigt sich das Bild derzeit uneinheitlich. Die Aktie notiert bei 47,99 Euro und gibt am heutigen Handelstag um 0,9 Prozent nach, nachdem sie am Donnerstag noch bei 48,44 Euro geschlossen hatte.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Kursplus von 72 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, dass die Erholung der Aktie von ihrem Tief weit fortgeschritten ist. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen der Aktie derzeit noch 11 Prozent.
Anleger dürften den Blick nun auf den 14. September richten, wenn die verschobene Anhörung stattfinden soll. Zusätzlich rückt der 3. November als Termin für die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal in den Fokus. Bis dahin bleibt der Ausgang des Opt-out-Verfahrens die zentrale offene Variable für die weitere Kursentwicklung.
Bayer AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer AG-Analyse vom 21. August liefert die Antwort:
Die neusten Bayer AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer AG-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
