Bayer-Aktie: Das braucht viel mehr Aufmerksamkeit!

Bayer sieht in Genom-Editierung und künstlicher Intelligenz Chancen für effizientere Pflanzenzüchtung und Europas Wettbewerbsfähigkeit.

Auf einen Blick:
  • CRISPR/Cas verändert gezielt Pflanzenerbgut
  • Bayer wirbt für schnelleren NGT-Einsatz
  • USA, Brasilien und China nutzen NGT umfassender
  • KI unterstützt die Auswahl gewünschter Pflanzeneigenschaften

Bayer wirbt für einen schnelleren Einsatz sogenannter Neuer Genomischer Techniken (NGT) in der europäischen Landwirtschaft. Nach Ansicht des Unternehmens entscheidet die Regulierung dieser Technologien wesentlich darüber, ob Europa im globalen Wettbewerb um Innovationen in Pflanzenzüchtung und Agrartechnologie mithalten kann.

Bayer-Aktie: Genom-Editierung soll Pflanzen widerstandsfähiger machen

Zu den Neuen Genomischen Techniken zählt insbesondere die Methode CRISPR/Cas, die oft als „Genschere“ bezeichnet wird. Mit ihr können gezielt Veränderungen im Erbgut von Pflanzen vorgenommen werden. Anders als bei klassischen gentechnischen Verfahren wird dabei nicht zwingend fremde DNA eingebracht, sondern vorhandenes Erbgut gezielt verändert.

Laut Bayer können auf diese Weise Pflanzen entwickelt werden, die besser mit Trockenheit, Krankheiten oder Schädlingsbefall umgehen können. Zudem könnten Eigenschaften wie eine verbesserte Nährstoffaufnahme oder ein geringerer Bedarf an Wasser, Dünger und Pflanzenschutzmitteln schneller erreicht werden als mit herkömmlichen Züchtungsmethoden.

Bayer-Aktie: Europa droht den Anschluss zu verlieren

Bayer verweist darauf, dass Länder wie die USA, Brasilien oder China solche Technologien bereits wesentlich umfassender nutzen. Das Unternehmen warnt davor, dass Europa bei einer zu restriktiven Regulierung an Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit verlieren könnte.

Zusätzlich gewinnt künstliche Intelligenz nach Einschätzung von Bayer in der Pflanzenzüchtung an Bedeutung. KI-Systeme können große Datenmengen auswerten und dabei helfen, gewünschte Pflanzeneigenschaften schneller zu identifizieren und in neue Sorten zu integrieren.

Für Anleger ist das Thema strategisch relevant, weil Bayer zu den weltweit wichtigsten Anbietern von Saatgut und Agrartechnologien gehört. Neue Genomische Techniken könnten die Entwicklung neuer Pflanzensorten erheblich beschleunigen und Landwirten helfen, sich besser an Klimawandel, Wasserknappheit und neue Schädlinge anzupassen.

Gleichzeitig bleibt die regulatorische Entwicklung ein entscheidender Faktor. Je offener Europa den Einsatz dieser Technologien gestaltet, desto größer könnte das Marktpotenzial für Unternehmen wie Bayer werden.

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