Bayer-Aktie: Es braucht endlich Gewissheit!

Bayer-Chef Anderson meldet Fortschritte beim Konzernumbau, während die Glyphosat-Klagen vor dem Supreme Court weiterhin für Unsicherheit sorgen.

Auf einen Blick:
  • Aktie fällt um rund vier Prozent
  • Anderson betont Fortschritte beim Umbau
  • Neue Medikamente treiben Pharmawachstum
  • Supreme Court prüft Glyphosat-Fall

Am Dienstagmorgen zeigte der Kurspfeil bei der Bayer-Aktie deutlich gen Süden. So verlor der Titel rund 4 % auf 36,8 Euro. Das 1-Monats-Minus vergrößerte sich damit auf 6,8 %, wobei der Pharma- und Agrarchemie-Wert auf 1-Jahres-Sicht noch mit 60 % im Plus stand. (Stand: 28.04.2026, 9:20 Uhr).

Bayer AG Aktie Chart

Bayer-Aktie: Konzernboss Anderson betont Fortschritte bei Umstrukturierung

Für Aufmerksamkeit sorgte kürzlich die Hauptversammlung des Konzerns. Bayer-Chef Bill Anderson betonte auf dem Aktionärstreffen, dass das Unternehmen beim Turnaround „große Fortschritte“ erzielt habe, aber weiterhin vor zentralen Aufgaben stehe.

In allen Bereichen seien Strukturen verschlankt, Entscheidungswege verkürzt und die Pipeline im Pharmageschäft deutlich gestärkt worden. Besonders die Medikamente Nubeqa, Kerendia, Beyonttra und Lynkuet treiben das Wachstum. Mehrere neue Zulassungen und starke Studiendaten stützen laut dem Manager die mittelfristigen Erwartungen

Auch im Agrargeschäft setzt Bayer auf Profitabilität, ein fokussierteres Portfolio und neue Produkte wie Plenexos, das 2026 in Brasilien zugelassen werden soll. Die Schulden seien reduziert, der Free Cashflow verbessert und die Finanzziele für 2025 nahezu vollständig erreicht worden, so Anderson.

Bayer-Aktie: Glyphosat bleibt ein Damoklesschwert

Gleichzeitig bleibt die Glyphosat‑Problematik ein entscheidender Unsicherheitsfaktor. Der Supreme Court prüft aktuell den Fall Durnell, dessen Entscheidung Signalwirkung für rund 80 % der offenen Klagen hätte. Bis Anfang Juni können Kläger einem Milliardenvergleich beitreten. Im Kern geht es dabei um Zuständigkeiten zwischen Bundesrecht und dem Recht einzelner Bundesstaaten bezüglich der Glyphosat-Warnhinweise.

Laut Beobachtern hat die jüngste Anhörung vor dem Supreme Court ein gemischtes Bild hinterlassen.  Richter Brett Kavanaugh signalisierte, dass er eine bundesweit einheitliche Regelung für Warnhinweise für sinnvoll hält, was eher Bayer zugutekommen würde. John Roberts hingegen stellte die Frage, ob Bundesstaaten nicht das Recht haben sollten, selbst auf neue oder zusätzliche Risiken hinzuweisen.

Bayer hofft auf ein Grundsatzurteil und eine Aushebelung der bundesstaatlichen Warnpflichten. Damit könnten tausende Einzelklagen dauerhaft gestoppt werden. Für die Investoren geht die Hängepartie also zunächst weiter, was die Aktie aktuell in Schach hält.

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