Bayer Aktie: Anhörung am 14. September 2026

Bayer terminiert Glyphosat-Anhörung auf September und überzeugt mit Q2-Zahlen. Analysten heben Kursziele an, Aktie nähert sich dem 52-Wochen-Hoch.

Auf einen Blick:
  • Anhörung am 14. September fixiert
  • Umsatzplus von 2,2 Prozent
  • Analysten erhöhen Kursziele deutlich
  • Crop Science treibt Wachstum

Bayer hat binnen wenigen Tagen zwei Nachrichten geliefert, die Anleger aufmerken lassen: Der Leverkusener Konzern hat den neuen Termin für die entscheidende Gerichtsanhörung im Glyphosat-Rechtsstreit fixiert, und die Quartalsbilanz zum zweiten Jahresviertel hat mehrere Analysten zu deutlich höheren Kurszielen bewogen. Die Aktie notiert am Freitag bei 49,80 Euro und legt im Tagesverlauf um 0,85 Prozent zu. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen dem Papier damit noch 7,54 Prozent.

Anhörung zum Roundup-Vergleich auf 14. September terminiert

Im Zentrum der juristischen Aufarbeitung des Roundup-Streits steht ein US-Gericht in Missouri. Bayer hat gestern den genauen Termin für die verschobene Anhörung zur endgültigen Genehmigung des milliardenschweren Sammelvergleichs bekanntgegeben: Sie findet nun am 14. September 2026 statt. Ursprünglich war der 19. August vorgesehen gewesen, Monsanto und die Klägeranwälte hatten jedoch gemeinsam eine Verlegung beantragt. Die rund dreiwöchige Verschiebung soll den Beteiligten und dem Verwalter des Vergleichsprogramms mehr Zeit geben, um Anträge auf Widerruf sogenannter Opt-outs zu bearbeiten. Der Vergleich selbst sieht ein Volumen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar vor. CEO Bill Anderson verwies im Zusammenhang mit der juristischen Aufarbeitung auf das richtungsweisende Urteil des US Supreme Court im Fall Durnell, das die Position des Konzerns beim vorgeschlagenen Sammelvergleich stärke. Die Eindämmungsstrategie befinde sich auf einem soliden Kurs, mit wichtigen Meilensteinen vor der Tür.

Operatives Geschäft übertrifft Erwartungen

Am Dienstag hatte Bayer bereits die Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt und damit den Grundstein für die positive Analystenreaktion gelegt. Der Umsatz stieg um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen legte um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro zu. Der Konzern bestätigte den Jahresausblick für 2026. Zugleich rutschte das Kernergebnis je Aktie um 16,7 Prozent auf 0,95 Euro, während der Nettogewinn auf 219 Millionen Euro kletterte – nach einem Verlust von 199 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Die Sparte Crop Science lieferte den stärksten Wachstumsimpuls: Der Umsatz wuchs um 3,5 Prozent auf 4,910 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen sprang um 30,2 Prozent auf 902 Millionen Euro. Getragen wurde dies von Soybean Seed & Traits mit einem Plus von 16,9 Prozent sowie von Cotton Seed, das nach der Rückkehr des Dicamba-Labels in den USA um 69,2 Prozent zulegte. Im Pharmageschäft blieb der Umsatz mit 4,458 Milliarden Euro nahezu stabil, das EBITDA vor Sondereinflüssen sank dagegen um 3,6 Prozent auf 1,055 Milliarden Euro. Getrieben wurde die Sparte von den Präparaten Nubeqa und Kerendia, die zusammen 1,2 Milliarden Euro Quartalsumsatz erzielten – ein Plus von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wobei Nubeqa allein um 64 Prozent auf 880 Millionen Euro wuchs.

Belastend wirkte sich dagegen der operative Cashflow aus: Der Free Cashflow lag im zweiten Quartal bei minus 371 Millionen Euro, nach einem positiven Wert von 125 Millionen Euro im Vorjahresquartal – wegen höherer Zahlungen zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten. Die Nettofinanzverschuldung belief sich zum 30. Juni auf 33,647 Milliarden Euro. Für das Jahresende senkte Bayer die Prognose dafür jedoch auf 29 bis 30 Milliarden Euro, von zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro – unterstützt durch den im Juli vereinbarten Deal mit Apollo Global Management, bei dem der Finanzinvestor eine Minderheitsbeteiligung am Verhütungsmittelgeschäft von Bayer übernimmt und dem Konzern dafür 3,0 Milliarden Euro Eigenkapital zufließen.

Analysten heben Kursziele kräftig an

Die Reaktion der Investmentbanken auf die Zahlen fiel überwiegend positiv aus. Goldman Sachs hob das Kursziel am Mittwoch von 62,50 auf 63,50 Euro an und beließ die Einstufung auf „Buy“. UBS-Analyst Weston zog am Donnerstag mit einer Anhebung von 52 auf 62 Euro nach und bestätigte ebenfalls die Kaufempfehlung; er verwies auf den überzeugenden Geschäftsverlauf im zweiten Jahresviertel, dessen operatives Ergebnis im Kerngeschäft die Konsensprognose um rund zehn Prozent übertroffen habe. Auch DZ Bank, JPMorgan und Barclays reagierten mit angehobenen oder bestätigten Einstufungen und sahen übereinstimmend Anzeichen für eine operative Stabilisierung.

Mit dem heutigen Kursniveau bewegt sich die Aktie damit weiterhin deutlich über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 44,16 Euro, was die jüngste Aufwärtsdynamik unterstreicht. Der nächste größere Termin für Anleger ist bereits gesetzt: Am 3. November stehen die Zahlen zum dritten Quartal an, für die Analysten einen Umsatz von rund 9,9 Milliarden Euro und ein Ergebnis je Aktie von 0,52 Euro erwarten.

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