Manchmal sieht ein Quartalsergebnis besser aus, als es ist. Bayer hat am Dienstag ein bereinigtes EBITDA von 4,45 Milliarden Euro für das erste Quartal gemeldet, die Analysten hatten im Konsens mit 3,93 Milliarden gerechnet. Klingt gut. Ist es auch, zumindest auf den ersten Blick.
Crop Science trägt den Laden
Das Agrargeschäft hat geliefert. Bei annähernd gleichem Umsatz wie im Vorjahr stieg das bereinigte EBITDA in der Sparte auf 2,614 Milliarden Euro, ein Plus von rund 2 Prozent. Das ist solide, gerade weil der Agrarmarkt insgesamt als schwierig gilt. Bayer hat dort die Marge verbessert, das war so geplant und hat funktioniert.
Auf der anderen Seite: Pharmaceuticals. Minus 16 Prozent beim bereinigten EBITDA, von 1,342 auf 1,128 Milliarden Euro. Das ist kein kleiner Ausrutscher, das ist ein Einbruch. Und Consumer Health dümpelt ebenfalls leicht im Minus. Die Agrarsparte rettet das Quartal, mehr nicht.
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Der eigentliche Knackpunkt heißt Glyphosat
Was viele Investoren weit mehr beschäftigt als jede Quartalszahl, ist die Frage, ob Bayer die Glyphosat-Klagen endlich vom Tisch bekommt. Der angebotene Vergleich hat ein Volumen von 7,25 Milliarden Dollar. Bis Anfang Juni müssen die Kläger in den USA entscheiden, ob sie mitmachen oder ihr Verfahren individuell weiterführen. Zu wenige Zustimmungen, und Bayer könnte den Vergleich platzen lassen.
Dazu kommt im Juni ein Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Frage, ob die EPA-Zulassung von Roundup strengere staatliche Warnhinweise blockiert. Die Richter zeigten sich bei der Anhörung Ende April gespalten. Ausgang offen.
Wechselkurse fressen die Prognose an
Für das Gesamtjahr 2026 stellt Bayer ein bereinigtes EBITDA von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro in Aussicht, allerdings währungsbereinigt. Der EUR/USD-Kurs liegt im Jahresdurchschnitt laut Analystenkonsens bei 1,17, das sind 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein dieser Effekt drückt das bereinigte EBITDA um 0,5 Milliarden Euro und die Einnahmen um rund 1,3 Milliarden. Was auf dem Papier stark aussieht, schrumpft beim Umrechnen merklich.
Das Agrargeschäft hat Bayer das erste Quartal gerettet. Ob es auch das Jahr rettet, hängt weniger von Herbiziden ab als von amerikanischen Richtern.
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